Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.11.2018


Bezirk Reutte

Ärger über Betriebsversammlungen der Plansee-Mitarbeiter

Beim Außerferner Unternehmen Plansee gerieten sich Gewerkschaft und Firmenführung im Zuge von Betriebsversammlungen, an denen jüngst laut Gewerkschaft 850 Mitarbeiter teilnahmen, in die Haare.

© Betriebsrat PlanseeDie jüngsten Betriebsversammlungen haben zwischen Plansee und Gewerkschaft einen Disput ausgelöst.



Reutte — Nicht nur bei den KV-Verhandlungen um die Metaller-Löhne kreuzten am Donnerstag Mitarbeiter- und Unternehmervertreter unter Streikdrohungen die Klingen. Auch beim Außerferner Unternehmen Plansee gerieten sich Gewerkschaft und Firmenführung im Zuge von Betriebsversammlungen, an denen jüngst laut Gewerkschaft 850 Mitarbeiter teilnahmen, in die Haare.

Die Arbeitnehmervertreter attackierten das Plansee-Management, weil es für den Zeitraum der Betriebsversammlungen die Lohn- und Gehaltszahlungen erstmals verweigert hätte. „Dieses Vorgehen ist in einem solchen Vorzeigeunternehmen total befremdlich, entbehrt jeglicher gesetzlicher Grundlage und setzt die Beschäftigten indirekt massiv unter Druck", kritisierten die Plansee-Betriebsratschefs Christoph Scheiber (Angestellte) und Roland Weirather (ArbeiterInnen).

Außerdem würde die Geschäftsführung von Plansee den Beschäftigten die Teilnahme an den Betriebsversammlungen erschweren. „Die Arbeitnehmer mussten bei der elektronischen Zeiterfassung ihre Teilnahme eintragen, zusätzlich mussten Vorgesetzte alle teilnehmenden Beschäftigten in einer Liste namentlich erfassen. Ein solches Vorgehen hat es in der 97-jährigen Geschichte bei Plansee nicht gegeben", so Scheiber.

Plansee wehrt sich. „Bei Plansee und Ceratizit war es üblich, dass Betriebsversammlungen als Arbeitszeit vergütet werden. In der Regel war das eine Versammlung im Jahr", erklärte Plansee. Nachdem heuer bereits eine Betriebsversammlung stattgefunden hat, sei der Betriebsrat im Sommer informiert worden, dass weitere Betriebsversammlungen nicht als Arbeitszeit bezahlt würden. Entsprechend sei es notwendig gewesen, die Zeit für die Teilnahme an der Versammlung zu erfassen.

Das Erfassen der Teilnehmer sei mit dem Betriebsrat im Vorfeld abgestimmt gewesen. Man lehne es zudem ab, „dass der Konflikt der KV-Verhandlungen in unseren Betrieb getragen wird und Betriebshauptversammlungen dazu genutzt werden, über Themen zu sprechen, die nicht bei uns im Betrieb gelöst werden können", so Plansee. (mas)




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