Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.11.2018


Bezirk Imst

Streik ist nicht negativ besetzt

© Parth



Die Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) bereitet sich bereits auf die von Ende Jänner bis Anfang Februar 2019 laufenden AK-Wahlen vor. Spitzenkandidat Stephan Bertel schießt sich dabei auf AK-Präsidenten Erwin Zangerl (AAB-FCG) ein: „Was in 100 Jahren Sozialpartnerschaft errungen wurde, droht jetzt in nur einer Regierungsperiode zunichtegemacht zu werden. Zangerl poltert zwar gegen Wien; ich kann mich aber noch gut an die Plakate mit Zangerl, Kurz und Schrott erinnern." Heute tue Zangerl so, als wolle er von Kanzler Kurz nichts mehr wissen, meinte Bertl kürzlich bei der Präsentation des Regionalkandidaten Herbert Frank in Imst. „Unter der Hand trägt Zangerl den Regierungskurs mit", unterstellt ihm sein politischer Mitbewerber.

Von der FPÖ-Fraktion der AK hält der bekennende Sozialdemokrat ebenfalls sehr wenig. „Die wollen die AK abschaffen und lassen sich im gleichen Atemzug wählen", geizt Bertel nicht mit Unverständnis.

Für Stephan Bertel, selbst Betriebsratsvorsitzender, sind Streiks jedenfalls „nicht negativ besetzt". Er sieht den Arbeitskampf nicht in erster Linie gegen die Arbeitnehmer gerichtet: „Die Gewerkschaft kämpft ja für etwas. Wir treten für die Rechte der Arbeitnehmer ein."

Die FSG wende sich generell gegen den 12-Stunden-Tag, da es die Freiwilligkeit zu hinterfragen gelte. Was passiere überdies mit denjenigen, die den Anforderungen eines 12-Stunden-Tages körperlich nicht mehr gewachsen sind, fragt Bertel. Dritter Angriffspunkt sei die Privatisierung des Gesundheitssystems. (top)