Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Standort Tirol

Touristiker kritisieren den Stillstand

Mit Blick auf die heftigen Seilbahn- Debatten fordert der Verband der Tiroler Tourismusverbände ein „Ende der Unsicherheit“.

© TT-ArchivAlfons Parth.



Innsbruck – Das anhaltende politische Tauziehen um das Tiroler Seilbahnen- und Skigebietsprogramm (TSSP) sorgt im Tourismus für zunehmende Unruhe. Wirtschaft brauche Rahmenbedingungen, auf die man sich längerfristig verlassen könne, sagt Alfons Parth, Obmann des TVB Paznaun-Ischgl und Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Tiroler Tourismusverbände. „Daher lautet unser dringender Appell, diese Rahmenbedingungen möglichst rasch herzustellen. Wir brauchen Antworten und ein Ende der Fragen.“ Daher wünsche sich die Branche „ein Ende des Pingpongspiels“, so Parth.

Dabei gehe es nicht um Einzelinteressen von Unternehmern, sondern um die wirtschaftliche Basis ganzer Regionen und des Wirtschaftsstandorts im Ganzen. Studien würden belegen, dass größere Wintersportregionen deutlich wettbewerbsfähiger bezüglich der langfristigen Wertschöpfung seien und daraus viele Betriebe und Mitarbeiter ihre Lebensgrundlage beziehen.

Es gehe dem Tourismus und der Seilbahnbranche nicht um grenzenloses Wachstum, betont der Aufsichtsratsvorsitzende des Tourismusverbands St. Anton und Präsident des Tiroler Skilehrerverbands, Richard Walter. Vielmehr sei das TSSP ein Instrument, das Grenzen aufzeige und zugleich für alle beteiligten Seiten Planungssicherheit gewähre. „Daher würden wir es sehr zu schätzen wissen, wenn es möglichst bald zu einer Verabschiedung des vorliegenden Entwurfs kommt“, sagt Walter.

Auch für Andreas Hundsbichler, Obmann des TVB Mayrhofen-Hippach und Chef der Zillertal Tourismus GmbH, ist klar, dass ein Entwicklungsrahmen notwendig sei. Die Tourismuswirtschaft und die Seilbahnen hätten sich sehr konstruktiv eingebracht und Lösungsinteresse gezeigt. „Wir sehen derzeit eine massive Verunsicherung auf Grund einer unnötigen Dauerdebatte, die gehört rasch beendet.“ (va)