Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 26.11.2018


Bezirk Imst

Ötztal Golf reichte Clubhaus ein: Warten auf SUP-Bescheid

Christine Hackl treibt die Arbeiten am Golfplatz im Vorderen Ötztal voran. Der jüngste Schritt waren die Einreichungen für das künftige Clubhaus. Jetzt heißt es warten auf den SUP-Bescheid.

© Parth



Von Thomas Parth

Sautens, Oetz, Haiming – Seit zehn Jahren schwirrt das Thema Golfplatz durchs Ötztal. „Es wurden Fehler gemacht“, räumt dazu Christine Hackl ein. Die Sautner Ortsobfrau des Ötztal Tourismus hat das strauchelnde Projekt vor drei Jahren in die Hand genommen und bemüht sich seither um die Verwirklichung: Hätte sie damals gewusst, was auf sie zukomme, wäre Hackl wohl nicht auf die Idee gekommen, die Projektleitung zu übernehmen. Als Lohn für die investierten Arbeitsstunden steht demnächst der SUP-Bescheid an (SUP = strategische Umweltprüfung).

„Bereits vor zehn Jahren, als man erstmals ernsthaft über einen Golfplatz zu diskutieren begann, wollten die Initiatoren das bereits bestehende Schwimmbadgebäude der Gemeinde Sautens als Clubhaus integrieren. Damals bildete sich politischer Widerstand, weshalb diese Variante auch von uns verworfen wurde“, schildert Hackl. Die Projektanten haben daraufhin ein alleinstehendes Clubhaus mit Schräg­aufzug hinunter zur Driving Range erdacht. „Weil das Gebäude an einer Böschungs­kante gestanden wäre und weil umwelttechnische Probleme befürchtet wurden, legte man uns nun die Mehrfachnutzung des Bestandsgebäudes nahe“, berichtet Hackl von einer Episod­e ihres Schaffens: „Binnen zweier Wochen musste unser Planer das alte Schwimmbadgebäude in ein attraktives Clubhaus umplanen. Wir mussten ein Nutzungskonzept erstellen, die Gremien überzeugen und die Beschlüsse einholen. Das alles hat uns weitere zwei Monat­e gekostet.“ Mittlerweile liegt das zur Begutachtung eingereichte Clubhaus in der Rechtsabteilung der Raumordnung, wo der Widmungswortlaut erstellt wird. „Dann erwarten wir den SUP-Bescheid“, zieht Hackl Bilanz.

Mit dem Clubhaus bekäme Sautens einen ganzjährigen Gastronomiebetrieb, da sich im 1. Stock ein Restaurant mit Dachterrasse befinden wird. Das gesamte Schwimmbadgebäude, ausgenommen sind das Buffet und die Schwimmbadtechnik, wird adaptiert. Umkleiden, Golfshop, Garage für die Golfcars, Parkflächen und Eingangsbereich sowie Freitreppe zum Restaurantbereich ergeben ein völlig neues Erscheinungsbild. Wobei die Restauration für jedermann, nicht nur für Golfer, zugänglich sein wird, eine maximale Sitzplatzgröße von 100 Stück aufweist und dabei für mehrere Verwendungszwecke, vom Seminar bis zur Familienfeier, genutzt werden kann. „Sicherlich eine Bereicherung für Sautens“, urteilt die Touristikerin.

Die Ötztal Golf-Errichtungs- und Betriebs GmbH, die dem Ötztal Tourismus gehört, sowie die Ötztal Golf Projektierungs GmbH, an der die Gemeinden Oetz und Sautens Hälfteeigentümer sind, sollen letztlich zu einer Gesellschaft verschmelzen. Da am Ende auch weitere Gesellschafter aufgenommen werden sollen, stehen die jeweiligen Anteilsgrößen noch nicht fest.

Der vorläufige Zeitplan sieht, laut Hackl, folgendermaßen aus: „Nach Erhalt des SUP-Bescheides, der in den nächsten Wochen auf dem Tisch liegen soll, muss der rund 200-seitige Umweltbericht öffentlich für sechs Wochen in allen drei beteiligten Gemeinden (Oetz, Sautens und Haiming) aufgelegt werden.“ Erst danach können die Umwidmungsbeschlüsse für den Golfplatz und die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) angegangen werden. „Die UVP muss mindestens neun Monate laufen“, rechnet Hackl vor: „Das macht den Spatenstich für den Ötztal Golf Anfang 2020 wahrscheinlich.“ Die Bauphase erstrecke sich dann über sechs bis acht Monate.

Mit gröberen Schwierigkeiten rechnet Hackl, selbst Golferin, derzeit nicht. Schließlich habe man die Pläne dahingehend optimiert, dass man die Themen Schutzwald, Hochspannungsleitungen oder Quellschutzgebiet gänzlich ausklammern konnte. „Das berühren wir alles nicht“, schließt Hackl. Zur Bewässerung greife der Golfplatz letztlich auf zwei Speicherteiche plus zwei Grundwasserbrunnen zurück. Wie die Gemeinde Sautens mit dem Schwimmbad umgehe, müsse erst noch diskutiert werden. „Das muss die Gemeinde wissen, ob für sie eher ein Baurecht in Frage kommt, ob eine Pacht oder ein Verkauf zielführend sind“, hält sich Hackl heraus.