Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 30.11.2018


Standort Tirol

Tiroler Täler sind am Glasfasernetz

Tirol ist österreichweit Vorreiter im Ausbau von Breitbandinternet. International ist Österreich mit einer Quote von 1,1 % Schlusslicht.

© ThinkStockSymbolfoto.



Innsbruck – Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Notwendigkeit und daher auch die Nachfrage nach hoher Bandbreite steige, sagt Heinz Pabisch, Vizepräsident der Action Group Fiber Access am „Fiberday“ 2018 im Innsbrucker Congress. Grund sei die zunehmende Datenintensität, also Entwicklungen wie Videostreaming, E-Government und Industrie 4.0. Im internationalen Vergleich sei Österreich aber mit einer Quote von 1,1 Prozent Schlusslicht bei der Versorgung durch Glasfaser. Daher betrachtet Pabisch auch die ambitionierte Zielsetzung der Bundesregierung, den Breitbandausbau bis 2025 flächendeckend zu sichern, kritisch: „Bei einer Hochrechnung des aktuellen Tempos ist der Vollausbau mit großer Verspätung im Jahr 2068 erreicht.“

Tirol sei nicht international, aber österreichweit Nummer 1, was den Ausbau des Glasfasernetzes betrifft, erklärt Arno Abler, Geschäftsführer der Breitbandserviceagentur Tirol. Immerhin 170 (von 279) Tiroler Gemeinden seien bereits erschlossen. Die neue Breitbandserviceagentur soll den Breitbandausbau künftig koordinieren. Für die effiziente Umsetzung werden sämtliche Initiativen zur Digitalisierung unter der Dachmarke www.digital.tirol koordiniert. Abler präsentierte auf dem „Fiberday“ 2018 die Ziele der Servicestelle: „Für die Gemeinden und Planungsverbände stellen sich beim oft komplexen Breitbandausbau zahlreiche Fragestellungen – ob technischer, rechtlicher oder wirtschaftlicher Art. Die Breitbandserviceagentur bietet dabei eine professionelle Unterstützung und Beratung. Sie erhebt zum Beispiel Daten zum Breitbandausbau und erarbeitet Wirtschaftlichkeitsberechnungen – insgesamt werden die Gemeinden entlastet.“

Mit der Breitbandserviceagentur sollen zudem die Interessen der Gemeinden gebündelt und ihre Position gestärkt werden, etwa bei Verhandlungen mit Netzbetreibern. Auch Preismodelle werden erarbeitet, an denen sich die Gemeinden orientieren können. Mit einer einheitlichen Dokumentation des Breitbandausbaus wird außerdem eine Grundlage geschaffen, um schnell zu den jeweiligen Anschlüssen einer Gemeinde zu kommen, was etwa bei der Behebung von Störungen im Breitbandnetz ein großer Vorteil ist.