Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 02.12.2018


1. Einkaufssamstag

Gelassenheit statt „Last-minute-Stress“ im Tiroler Weihnachtsgeschäft

Das Weihnachtsgeschäft läuft heuer – im Unterschied zum vergangenen Jahr – schon sehr früh an. Den Handel freut’s.

© Rudy De MoorZuerst staute es sich an den Einfahrten zu den Parkgaragen, danach verlagerte sich alles in die Innsbrucker Altstadt, wie ein Blick von oben auf die Menschenmassen zeigt.



Innsbruck – „Für den ersten Einkaufssamstag vor Weihnachten war das ein guter Start“, sprach Center-Manager Helmut Larch vom Einkaufszentrum DEZ in Innsbruck gestern Abend von einem „sehr gelungenen Einstieg“. Das Weihnachtsgeschäft sei aber schon in den Tagen zuvor angelaufen, mit dafür verantwortlich seien wohl die kalten Temperaturen. Im Sillpark wurden gestern „weit über 20.000 Personen gezählt“, wie Markus Siedl berichtet, das waren etwa gleich viele wie am ersten Einkaufssamstag im vergangenen Jahr. Während sich 2017 aber viele noch mit „Schauen“ begnügt haben, seien heuer sehr viele Menschen mit Einkaufstaschen unterwegs gewesen. „Auch Schmuck ist wieder im Kommen“, sagt Siedl.

„Auch ohne Samstag war die vergangene Woche ein super Auftakt für das heurige Weihnachtsgeschäft“, freut sich Sebastian Schneemann vom Kaufhaus Tyrol und bestätigt den Trend zum frühen Einkauf: Im vergangenen Jahr waren noch viele „Last-minute-Geschenke“ verkauft worden. An einem gewöhnlichen Einkaufstag werden im Kaufhaus Tyrol rund 20.000 Kunden gezählt, gestern waren es bis zu 35.000.

„Wenn es so weitergeht, sind wir vorsichtig optimistisch“, sagt Markus Renk, Geschäftsführer der Innsbrucker Buchhandlung Wagner’sche. Auch dort registrierte man einen frühen Start, was sich auch beim Verhalten der Kunden bemerkbar machte: „Die Leute sind sehr gelassen. Man sieht, dass das Einkaufen von Büchern nicht als Einkaufsstress, sondern als Freizeitvergnügen angesehen wird. Die Leute holen sich einen Stapel Bücher zum Durchblättern, und viele gehen damit auch zur Kasse. Wir hoffen, es bleibt so.“

Für den Weinhandel zieht Alexander Gottardi ebenfalls eine positive Bilanz: „Wir sind sehr zufrieden, das Geschäft am ersten Weihnachtssamstag verlief viel besser als im vergangenen Jahr.“ Das könnte seiner Meinung nach auch am Datum liegen: „Am 1. Dezember sind die Menschen vermutlich mehr in Weihnachtsstimmung als zum Beispiel an einem 28. November.“

„Da fehlt jetzt nur noch der Schnee“, meint Erich Pechlaner von der Cyta in Völs. Das Ergebnis sei aber „hocherfreulich“ gewesen. „Am 1. Dezember haben die Leute das doppelte Gehalt auf dem Konto, das merkt man.“

Wie groß der Andrang in den Geschäften und an den Weihnachtsmärkten sein würde, zeichnete sich schon vorher ab: Bei den Einfahrten besonders in der Innsbrucker Rathaus- und der Altstadtgarage in die Tiefgaragen hieß es „Bitte warten“. (ms)

Fröhliche Italiener am Christkindlmarkt in Innsbruck.
- Rudy De Moor