Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 03.12.2018


Bezirk Schwaz

Achenseebahn: „Struktur muss

sich ändern“

© ZwicknaglDie Achenseebahn.



Beim Thema Achenseebahn bringt LHStv. Josef Geisler etwas Licht ins Dunkel. Wie berichtet, steht heute bei der Aufsichtsratssitzung der Bahn die Stilllegung zur Diskussion, weil Fördermittel für dringende Reparaturmittel fehlen. Warum das Geld vom Land noch nicht fließt, erklärt Geisler so: „Wir brauchen eine belastbare Unternehmensbewertung für die nötige Kapitalaufstockung." Die habe die Geschäftsführung bisher nicht vorgelegt. Laut Achenseebahn-GF Fuchshuber lasse sich dafür kein Sachverständiger finden. „Da traut sich keiner drüber, weil mit dem Grund und Boden unter den Gleisen auch die Region bewertet wird", argumentiert er. Man habe sich aber mit dem Land auf einen Wert geeinigt. LHStv. Geisler erklärt jedoch, dass das Land für die Unternehmensbewertung jetzt einen externen Gutachter beauftragt habe. „Die Bewertung muss bis Weihnachten vorliegen", betont er. Das Land stehe ebenso wie der Bund hinter dem Fortbestand der Bahn und man würde sich Investitionskosten teilen. „Allerdings nur, wenn die Mehrheit der Achenseebahn-Aktiengesellschaft in öffentlicher Hand ist", betont Geisler. Bisher halten private Aktionäre die Mehrheit an der Bahn. „Wir brauchen gewisse Sicherheiten, wenn wir Steuermittel investieren. Denn theoretisch könnte die Mehrheit nach getätigten Investitionen den Verkauf der Bahn beschließen", argumentiert Geisler. Das Land habe das Unternehmen aufgefordert, in einer außerordentlichen Generalversammlung eine Kapitalaufstockung zu beschließen. Der Aufsichtsrats-Vorsitzende der Bahn, Christian Kittl, hatte sich als einer der größten privaten Aktionäre im Zuge der letzten Jahreshauptversammlung den Forderungen der Gemeinden Eben, Jenbach und Achenkirch nach Aufschnürung des Aktienpaketes nicht entgegengestellt. Eine Aktionärsversammlung in dieser Richtung gab es aber bisher nicht.