Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.12.2018


Exklusiv

Raiffeisen: 116 Mio. fließen in Adamgasse

Die Raiffeisenbank hat Großes vor: Neben einer neuen Zentrale sollen ein Hotel, Gastronomiebetriebe und Geschäfte entstehen.

© RLBDie Raiffeisenbank in der Innsbrucker Adamgasse erfährt eine völlige Neugestaltung.



Von Denise Daum

Innsbruck – Weg von der Bank der alten Schule, hin zu einem Ort der Begegnung – das möchte die Raiffeisen-Landesbank Tirol an ihrem Standort in der Innsbrucker Adamgasse umsetzen. Und dabei gilt das Motto: wenn schon, denn schon. Insgesamt 116 Millionen Euro sollen in das Großprojekt investiert werden. Vorgesehen ist ein so genanntes Sharing-Konzept (share = teilen), das dem RLB-Tirol-Chef Johannes Ortner zufolge in Europa einmalig ist: eine Bank, die zugleich Hotel, Kunstraum sowie Marktplatz ist und zudem Gastronomie und Geschäfte beherbergt. „Wir wollen uns öffnen und nicht eine klassische Bank, sondern einen Ort der Begegnung schaffen“, erläutert Ortner.

Für das neue Verwaltungsgebäude und die integrierte Bankstelle investiert die RLB rund 62 Millionen Euro. Weitere 54 Millionen fließen in die Quartiersentwicklung mit Hotel, Shops und Gastronomie, die durch Vermietung langfristig zurückverdient werden sollen.

Wie „das Raiqa“ – so der Name des neuen Zentrums – konkret aussieht, wird im April feststehen. Dann soll der Sieger des laufenden Architektenwettbewerbs mit 16 Teilnehmern gekürt werden. Offen ist zudem noch, wer das Hotel in der gehobenen Vier-Sterne-Kategorie betreiben wird. Geplant sind 120 bis 140 Betten. Die Raiffeisenbank befindet sich in Verhandlungen mit zwei internationalen Hotelketten.

Bei Bürgermeister Georg­ Willi stößt das Vorhaben auf Wohlgefallen. Das Bankgebäude war in seiner Kindheit „der letzte Schrei“, wie er sagt. Nun sei es aber deutlich in die Jahre gekommen und einfach an der Zeit für eine Neugestaltung. Dadurch erfahre das gesamte Areal, das aufgrund der Lage wie ein Tor zur Innenstadt ist, eine Aufwertung. „Gerade auf der Achse Bahnhof – Bozner Platz ist eine offene, helle und freundliche Gestaltung wichtig“, betont Willi. Das Raiqa-Projekt trage dem Rechnung, schließlich wird auch die so genannte Raiffeisen-Passage mit täglich 10.000 Passanten völlig neu gestaltet. „Ich bin dankbar, dass in der Adamgasse etwas passiert. Das ist gut für die Stadt Innsbruck. Und gut für die Kommunalsteuer“, bringt es der Bürgermeister auf den Punkt.

Auch der Tourismusverband Innsbruck begrüßt das Vorhaben. TVB-Obmann Karl Gostner verweist auf die Innsbrucker Hotelstudie, wonach in den kommenden Jahren rund 2200 neue Betten benötig werden. Das Konzept des Raiqa-Hotels passe darüber hinaus zu 100 Prozent zum Bedarf des Stadt-Tourismus. „Wir brauchen ein neues Angebot im Vier-Sterne-Bereich und darüber“, betont Gostner. Erfreulich sei auch, dass eine internationale Kette nach Innsbruck geholt wird.

Der Baubeginn für das neue Zentrum in der Adamgasse ist für Anfang 2020 avisiert. Die Eröffnung soll im Jahr 2022 stattfinden.