Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.12.2018


Osttirol

Schultz investiert 60 Mio. und rüstet Skigebiete auf

Die Zillertaler Liftbetreiber-Familie will in den nächsten Jahren über 60 Mio. Euro in Kals, Matrei, St. Jakob und in die Skischaukel Sillian-Sexten investieren. Geplant sind neue Lifte und ein 200-Betten-Hotel.

Mit dem neuen Lift von Sillian aus (als rote Linie dargestellt) wird das Osttiroler Skigebiet Thurntaler an die Südtiroler Skiwelt der Drei Zinnen angebunden.

© Gottardi Giorgio/Peter LeiterMit dem neuen Lift von Sillian aus (als rote Linie dargestellt) wird das Osttiroler Skigebiet Thurntaler an die Südtiroler Skiwelt der Drei Zinnen angebunden.



Von Catharina Oblasser

Sillian – Große Pläne hat die Schultz-Gruppe für die Zukunft ihrer Bergbahnen in Osttirol. Zur Gruppe gehören die Thurntaler-Lifte in Sillian, die Bergbahnen St. Jakob im Defereggen und das Skigebiet Kals-Matrei. Junior-Chef Maximilian Schultz war nach Sillian gekommen, um die Vorhaben der Unternehmerfamilie zu präsentieren. Mehr als 60 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren investiert werden, sagt er.

Am augenfälligsten ist das Projekt Skischaukel Sillian-Sexten: Dabei geht es um eine Liftverbindung von der bestehenden Thurntaler-Talstation über die Grenze nach Südtirol und damit um die Anbindung an das weitläufige Drei-Zinnen-Skigebiet. „Wir sind gerade dabei, eine Herstellerfirma für den Lift zu suchen“, erklärt Maximilian Schultz. „Dann wird das Projekt zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht.“

Wenn alles klappt, kann das Projekt 2020 oder 2021 starten. Etwa 20 Millionen wird sich das die Unternehmer-Familie kosten lassen. An der Projektgesellschaft Sillian-Sexten halten die Schultz-Gruppe und die Südtiroler Drei Zinnen AG jeweils 50 Prozent. Diese Konstellation ist auch für die künftige Betreibergesellschaft geplant.

„Wir bieten in Osttirol jetzt schon 380 Winterarbeitsplätze. Durch den Ausbau kommen 80 neue dazu.“
Maximilian Schultz 
(Liftunternehmer)
„Wir bieten in Osttirol jetzt schon 380 Winterarbeitsplätze. Durch den Ausbau kommen 80 neue dazu.“ Maximilian Schultz 
(Liftunternehmer)
- Oblasser

Auf Südtiroler Seite hat die Landesregierung grünes Licht für die Verbindung gegeben. Allerdings darf erst mit dem Bau begonnen werden, wenn das Projekt auch auf österreichischer Seite genehmigt ist.

Details zur Skiverbindung: Die Talstation wird in die bestehende Thurntaler-Talstation eingebunden. Dann geht es mit der neuen Bahn über eine Zwischenstation auf den so genannten „Helm“ an der österreichisch-italienischen Grenze. Bei der Abfahrt Richtung Sillian soll es möglich sein, direkt zu einer neu zu bauenden Bahnhaltestelle und dann mit dem Zug weiter Richtung Lienz bzw. Südtirol zu fahren. In Vierschach (Südtirol) gibt es dieses Modell schon seit einigen Jahren.

Auch in Kals und Matrei sind Neuerungen geplant, berichtet Maximilian Schultz. „Wir bauen eine Sechser-Sesselbahn vom Dorfzentrum aus und investieren 7,5 Millionen Euro.“ Das würde auch den Gästen des Gradonna Resorts zugutekommen, welches ebenfalls zur Schultz-Gruppe gehört. Die Bauverhandlung steht noch aus, doch die neue Bahn soll mit Saisonstart 2019 in Betrieb gehen. In Matrei wird weiter an einer Talabfahrt gebastelt. Nach jahrzehntelanger Diskussion stünden die Aussichten jetzt gut, meint Schultz.

Über 36 Millionen Euro sollen in das Skigebiet St. Jakob fließen, erklärt der Juniorchef weiter. Die Nachbargemeinde St. Veit wird über den neuen „Bruggenlift“, ausgehend vom Hotel Defereggental, besser angebunden. Zusätzlich planen die Unternehmer einen neuen Sessellift auf den Leppleskofel in St. Jakob. Und bei der Talstation St. Jakob will die Schultz-Gruppe ein neues Hotel bauen. „Es wird etwa 200 Betten haben und soll zur Vier-Sterne-Kategorie bzw. zur Vier-Sterne-Plus-Kategorie gehören“, so Schultz.