Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.12.2018


Innsbruck-Land

Neuer Standort für den Steinacher Recyclinghof

Wegen der ungelösten Zufahrtsfrage wurde der Kaufvertrag für den bisher geplanten Standort aufgehoben – dafür hat sich nun ein neuer ergeben.

Das alte Abfallwirtschaftszentrum in Steinach entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Bis Mitte 2020 soll der Neubau realisiert werden – auf einem Grundstück direkt an der Bundesstraße.

© Foto TT / Rudy De MoorDas alte Abfallwirtschaftszentrum in Steinach entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Bis Mitte 2020 soll der Neubau realisiert werden – auf einem Grundstück direkt an der Bundesstraße.



Von Michasel Domanig

Steinach a. Br. – Neue Entwicklungen gibt es in der intensiv diskutierten Standortfrage für den Recyclinghof in Steinach: Das neue „Abfallwirtschaftszentrum Oberes Wipptal“ soll nun auf einem anderen Grundstück verwirklicht werden als bisher geplant. In seiner Sitzung vom Donnerstagabend votierte der Steinacher Gemeinderat einstimmig dafür, den bereits beschlossenen Kaufvertrag für eine Grundparzelle zwischen Sill und Eisenbahnstrecke im Ortsteil Saxen wieder aufzuheben. Ausschlaggebend sei dafür die Zufahrtssituation gewesen, erklärt BM Josef Hautz (Allgemeine Heimatliste): „Wir hätten für die Zufahrt von einem Grundbesitzer ca. 30 Quadratmeter Grund im Bereich der bestehenden Brücke über die Sill gebraucht, das ist nicht zustandegekommen.“ Wie berichtet, sollte die einspurige alte Brücke durch eine zweispurige Stahlbetonbrücke ersetzt werden – das ist nun hinfällig.

Dennoch fängt die schwierige Grundstückssuche nun nicht von vorne an: Denn in der Sitzung konnte Hautz den Gemeinderäten berichten, dass man sich mit dem Eigentümer eines genau gegenüberliegenden Grundstücks, auf der anderen Seite der Bundesstraße, einig geworden sei. Dort soll der Recyclinghof nun verwirklicht werden. „Die Gesamtfläche des Areals umfasst ca. 13.500 m2, wir kaufen aber nur so viel an, wie wir für den Recyclinghof brauchen“, betont Hautz. Dies sei nun abhängig von der Planung, mit der man möglichst rasch beginnen wolle. Nähere Angaben, etwa über den Kaufpreis, wolle er noch nicht machen, „bevor der Kaufvertrag nicht ausgearbeitet und unterschrieben ist“. Jedenfalls sei der neue Standort gut geeignet. Zwar benötigt es auch hier – wie beim ursprünglich geplanten Standort – eine neue Abbiegespur von der B182, dies sei aber bereits mit dem Land abgeklärt.

Nach der Planung und der notwendigen Umwidmung des Grundstücks wolle man möglichst rasch mit dem Bau beginnen, so Hautz weiter, Ziel seien Sommer oder Herbst 2019. Bis Mitte 2020 soll der neue Recyclinghof fertig sein. Insgesamt sieben Gemeinden werden die Einrichtung nützen, der Kostenschlüssel für die Beteiligung sei derselbe wie beim Abwasserverband, der nun eben zum Abwasser- und Abfallverband erweitert werde. Durch die Gemeindekooperation fließen auch höhere Förderungen des Landes, diese seien – aufgeteilt auf drei Jahre – bereits zugesagt.

Den Kaufvertrag für das bisher vorgesehene Grundstück aufzuheben, sei übrigens kein Problem gewesen, sagt Hautz: „Es gab nur einen Gemeinderatsbeschluss, wir haben aber noch nichts gezahlt.“

Für den alten Recyclinghof habe man seitens des Landes eine Verlängerung um zwei Jahre erhalten, so dass dieser bis zur Fertigstellung der neuen Anlage genützt werden kann. Dann soll sofort übersiedelt werden. „Das jetzige Abfallwirtschaftszentrum ist zu klein, entspricht nicht mehr den Standards eines modernen Recyclinghofs“, stellt Hautz klar. Und durch die Lage mitten in der Deponie der Firma Huter sei auch die Zufahrt schwierig.

Gegen den neuen Standort sei „nichts einzuwenden“, erklärt GV Michael Reimeir von der Oppositionsliste „Die Neue Kraft“, „die Lage direkt an der Bundesstraße ist ideal“. Von der Vorgangsweise rund um den bisher geplanten Standort sei er jedoch „nicht begeistert“ gewesen: „Unser Vorschlag wäre gewesen, den Beschluss auszusetzen, bis die Frage der Zufahrt geklärt ist.“ Reimeirs Liste hatte sich daher bei der Umwidmung der Stimme enthalten, die FPÖ – die scharfe Kritik am Standort geübt hatte – dagegen gestimmt.