Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.01.2019


Exklusiv

Doppel-Förderband für Skifahrer in Fiss: Im Märchenexpress bergauf

Mit Fisser Know-how wurde der weltweit erste Märchenexpress in einem Glastunnel mit einem neuen Doppel-Förderband gebaut – Kapazität: 3600 Personen pro Stunde.

Im lichtdurchfluteten Glastunnel gleiten die Gäste auf den parallel führenden Förderbändern vorbei an drei Märchenstationen (rechts).

© ZangerlIm lichtdurchfluteten Glastunnel gleiten die Gäste auf den parallel führenden Förderbändern vorbei an drei Märchenstationen (rechts).



Von Toni Zangerl

Fiss – Im März des Jahres 1996 wurde in Fiss nach mehreren Anläufen die Vision, ein Förderband zu bauen, in die Realität umgesetzt. Die damalige Weltneuheit ist für den Skischulbetrieb sowie als allgemeine Aufstiegshilfe in Skigebieten weltweit nicht mehr wegzudenken. Allein im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis stehen aktuell rund 30 dieser Beförderungshilfen. „Der Gedanke war der Notwendigkeit geschuldet, Ski-Anfänger einfach, bequem und sicher über kurze Strecken im Übungsgelände zu befördern und damit auch Skilehrern die tägliche Arbeit zu erleichtern“, blickt Benny Pregenzer, damaliger Leiter der Ski- schule Fiss, zurück.

Im Jahr 2019 – nun 23 Jahre später – blickt er in seiner Funktion als Geschäftsführer der Bergbahnen Fiss-Ladis auf die neueste, weltweit einzigartige Installation – Berta’s Märchenexpress. Ein neues Doppel-Förderband, wetterfest eingehaust in einem sehr geräumigen Glastunnel, der das Fisser Maskottchen Berta als Namensgeber hat. Einzigartig ist die Inszenierung im Tunnel. Da passieren die Kids auf den beiden parallel verlaufenden Förderbändern drei Stationen, wo einzelne Märchenszenen – von Dornröschen über Aschenputtel bis Schneewittchen mit den sieben Zwergen – präsentiert werden. Die Figuren bewegen sich und ziehen so die Aufmerksamkeit der kleinen Gäste auf sich.

„Das Geheimnis dabei ist, dass die Benützer des Förderbandes nun an den Märchenstationen vorbeigleiten und so die Fahrt auf den beiden je 114 Meter langen Bändern visuell und kommunikativ erleben“, sagt Pregenzer. Das nötige Know-how zu dieser Innovation, die in dieser Dimension weltweit einmalig ist, wurde in Kooperation mit den Teams von Skischule und Bergbahn sowie Sunkid und Heymotion gebündelt.

Das Maskottchen, die Kuh Berta, lacht aus dem Fenster (oben rechts) und begrüßt die kleinen Gäste beim Einstieg in den Märchenexpress.
Das Maskottchen, die Kuh Berta, lacht aus dem Fenster (oben rechts) und begrüßt die kleinen Gäste beim Einstieg in den Märchenexpress.
- Zangerl

„Sehr erfreulich war dabei die schnelle und umsichtige Arbeit der Behörden von BH Landeck und Land Tirol, welche dieser Innovation sehr positiv gegenüberstanden“, berichtet Pregenzer.

Das Gemeinschaftsprojekt – einen „satten sechsstelligen Betrag“ teuer – drückt Pioniergeist und Freude an Innovationen der Beteiligten aus.

Der Erfolg ist sichtbar. Mit großer Begeisterung wird Berta’s Märchenexpress von den Familien genützt. Wartezeiten gibt es dank der Förderkapazität von 3600 Kindern pro Stunde keine.

„Die Umsetzung war in den Details herausfordernd. Kreativität und Fleiß aller beteiligten Mitarbeiter spiegeln sich im Projekt wider. Und bei der wöchentlichen Kids-Night am Dienstagabend präsentiert sich Berta’s Märchenexpress dann auch in farbiger Beleuchtung, was bei den Benützern für strahlende Augen sorgt.