Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 14.01.2019


Tourismus

Künstliche Intelligenz: Daten wissen, wie viele Gäste kommen

Smarte Apps können etwa über Wetterdaten genau errechnen, wie viele Gäste eine Skihütte besuchen werden.

Mit künstlicher Intelligenz können Hüttenwirte errechnen, wie viele Gäste kommen und bewirtet werden wollen.

© iStock UnreleasedMit künstlicher Intelligenz können Hüttenwirte errechnen, wie viele Gäste kommen und bewirtet werden wollen.



Von Gabriele Grießenböck

Zürich – Roboter, datenbasierte Business-Lösungen, die Blockchain und künstliche Intelligenz beschäftigen den Markt seit langer Zeit. Dennoch bleiben sie Trends, weil sie immer wieder Entwicklungen anstoßen und so den Grundstein für neue Technologien legen. Zukunftsexperte Dietmar Dahmen zeigt weltweit in seinen wort- und bildgewaltigen Innovationsshows auf, wie Unternehmer von diesen Trends profitieren können. Die einzige Konstante sei laut Dahmen die Veränderung. Neben allen diesen Entwicklungen bleibt aber der Kunde das Kerngeschäft.

Die größten Gamechanger sieht der Zukunftsforscher in der Blockchain-Technologie, der massentauglichen Anwendung von künstlicher Intelligenz und datenbasierten Business-Strategien. „Eine klare Fehleinschätzung ist, dass die Blockchain nichts mit Kundenbeziehung oder Marketing zu tun hat“, so Dahmen. Die Blockchain sei so eine radikale Änderung wie seinerzeit das Internet. „Das ist, als ob Sie um 1998 gefragt hätten, ob das Internet jemals eine Branche verändern könnte.“

An vielen Stellen fehle noch das Vertrauen in die Digitalisierung. Die Blockchain operationalisiert Vertrauen und schafft Transparenz. „Diese Technologie wird schon bald jedes Geschäftsfeld und jede Branche erobern.“ Auch die künstliche Intelligenz (KI) ist für Dahmen ein Thema, dem sich bald keiner mehr entziehen kann. Die Idee, Maschinen intelligent zu machen, damit sie Lösungen für menschliche Probleme finden können, ist nicht neu. Neu ist, dass KI Realität ist. „Die Digitalisierung gibt der KI das, was sie braucht – und zwar enorme Datenmengen.“ Dank immer neuerer digitaler Services und Devices sind Kundendaten heute keine Mangelware mehr. „KI wird das operierende System von allem werden. Wenn alles vernetzt ist und das Internet als Körper fungiert, ist KI das Hirn, das diesen Körper steuert.“

Ein Zukunftsszenario, dass schon bald Realität sein könnte, beschreibt Dahmen wie folgt: „Wenn Sie ein Gasthaus am Berg besitzen, kann KI aufgrund der Wetterdaten die Gästezahl voraussagen. Durch die prognostizierte Gästeanzahl wird das nötige Personal vorhergesagt und automatisch kontaktiert, z. B. per WhatsApp. Die KI kann sogar den Getränkebedarf vorhersagen, eigenständig den Lagerbestand prüfen und automatisch nachbestellen.“ Die KI kann somit alles, was „smart“ ist. Sprich: spezifisch, messbar, ausführbar, realistisch, terminiert. „Was macht dann in diesem Beispiel der Wirt? Der macht alles, was glanzvoll, emotional, irrational, lustvoll ist, kurz gesagt ‚geil‘ ist“, erklärt Dahmen. Wenn die Maschine einfache Abläufe selbstständig erledigt, wird der Erfindungsreichtum des Unternehmers zum Erfolgsfaktor. „Lassen Sie sich etwas einfallen, um Ihren Gästen und Mitarbeitern ein in diesem Zusammenhang ‚geiles‘ Erlebnis zu bieten.“