Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.01.2019


Bezirk Landeck

Ende der alten Südtiroler Siedlung im Bezirk Landeck absehbar

Die Neue Heimat investiert heuer 26 Mio. Euro im Bezirk. Auch in der höchstgelegenen Gemeinde Spiss werden drei Wohnungen errichtet.

Der fünfte Bauabschnitt für die Südtiroler Siedlung in Zams wurde 2018 übergeben.

© ReichleDer fünfte Bauabschnitt für die Südtiroler Siedlung in Zams wurde 2018 übergeben.



Von Matthias Reichle

Landeck – Eine der Hauptaufgaben der „Neuen Heimat“, als sie 1939 gegründet wurde, war es, Wohnraum für die Optanten zu schaffen – also jene deutschsprachigen Südtiroler, die sich entschieden hatten, ihre Heimat zu verlassen.

Im 80. Bestandsjahr der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft, die sich heute im Besitz des Landes und der Stadt Innsbruck befindet, sind diese ersten Gebäude Auslaufmodelle. Im Talkessel gebe es nur noch insgesamt drei dieser Häuser in Zams, die der Neuen Heimat gehören, betont Geschäftsführer Hannes Gschwentner. „Zwei werden heuer abgerissen.“ Ein weiteres folgt bis spätestens 2022. Seit zehn Jahren erneuert die NHT die ehemalige Optantensiedlung. Und auch heuer wird eine weitere Baustufe angefangen. Es ist das größte Projekt, das der Bauträger im Bezirk Landeck abwickelt. Start ist im Juni 2019. Bis 2022 werden insgesamt 27 Mio. Euro in den Neubau investiert und 182 Wohnungen geschaffen.

Die Qualität der alten Bauten sei oft schlecht, so Geschwentner. „Bei den Decken wurde gespart, die Betonqualität war nicht die beste und das Fachpersonal hat gefehlt.“ Trotzdem hängen die Bewohner noch daran. „Am Anfang ist der Widerstand oft groß, wenn dann aber der erste Bauabschnitt fertig ist, kann es den ihnen nicht schnell genug gehen“, weiß NHT-Geschäftsführer Markus Pollo. Auch im Landecker Ortsteil Perjen, wo die alten Gebäude längst abgerissen wurden, wird die Siedlung heuer um 30 weitere Wohnungen erweitert.

Insgesamt investiert die Neue Heimat Tirol 2019 26 Mio. Euro im Bezirk Land­eck. Wahrscheinlich die kurioseste Baustelle befindet sich in Österreichs höchstgelegener Gemeinde. In Spiss baut die NHT das denkmalgeschützte Widum in drei Wohnungen um. Der Bürgermeister sei auf ihn zugekommen, mit dem Wunsch für die 114 Einwohner starke Gemeinde ein Projekt zu starten, so Gschwentner. Nachdem zwei untersuchte Grundstücke nicht geeignet waren, hat sich mit dem Widum eine Möglichkeit eröffnet. Ein so kleines Projekt sei aber nicht rentabel. Es sei das Sozialprojekt im Jubiläumsjahr.

Außerdem setzt die NHT Wohnprojekte in der Land­ecker Malserstraße, in der Fließer Schlosssiedlung, auf Kirchengrund in Ried, wo ein Architektenwettbewerb gestartet wird, sowie in Fendels um. Zu einem Wohnhaus wird auch das alte Widum in St. Jakob umgebaut. Dort entstehen 13 Mietwohnungen sowie Räume für die Pfarre.

Und auch in Pettneu will man heuer mit dem Bau von 25 Eigentumswohnungen starten. Im Auftrag der Gemeinde Fiss errichtet die NHT eine Anlage mit 32 Dienstnehmerwohnungen.