Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Innsbruck-Land

Wirtschaftsstandort: „Offenes Werkstor“ strahlt weit über Hall hinaus

Am 4. April öffnen erneut zwölf namhafte Tiroler Betriebe ihre Türen. Für einen der 600 „Boardingpässe“ kann man sich ab jetzt registrieren.

Michael Gsaller (Stadtmarketing Hall), LR Beate Palfrader, BM Eva Posch, LR Patrizia Zoller-Frischauf, Karl Josef Ischia (Wirtschaftskammer Innsbruck-Stadt), GF Eugen Stark (Industriellenvereinigung) und Bernhard Vettorazzi (Innsbruck Marketing).

© DomanigMichael Gsaller (Stadtmarketing Hall), LR Beate Palfrader, BM Eva Posch, LR Patrizia Zoller-Frischauf, Karl Josef Ischia (Wirtschaftskammer Innsbruck-Stadt), GF Eugen Stark (Industriellenvereinigung) und Bernhard Vettorazzi (Innsbruck Marketing).



Hall, Innsbruck – Zwölf Unternehmen, sechs geführte Bustouren, je zweimal 99 Minuten: Am 4. April gewähren Tiroler Industrie- und Gewerbebetriebe beim „Offenen Werkstor“ zum vierten Mal rare Einblicke hinter die Kulissen. Inzwischen strahlt das Format – organisiert vom Haller Stadtmarketing, mit Land, Wirtschaftskammer, Industriellen­vereinigung und Innsbruck Marketing als Partnern – weit über Hall hinaus. Auch der Pool an teilnehmenden Betrieben (die sich abwechseln) wächst stetig.

Heuer sind gleich fünf neue Betriebe mit an Bord: Neben dem ORF-Landesstudio Tirol, der Firma Electro Terminal und dem Friedrich Deutsch Metallwerk aus Innsbruck zählt dazu auch die Haller Firma Sistro Präzisionsmechanik: Sie ist auf die Herstellung komplexer feinmechanischer Teile und Systembaugruppen spezialisiert, die in Smartphones genauso zum Einsatz kommen wie in Hörimplantaten oder Drohnen. Das „Offene Werkstor“ sei einerseits eine gute Gelegenheit, sich der Bevölkerung zu präsentieren, meint GF Robert Harandi. „Zum anderen wachsen wir aktuell sehr stark – und benötigen hochqualifizierte und interessierte Mitarbeiter.“

Erstmals gibt es heuer auch eine Führung zum Brennerbasistunnel (Eingang Ahrental), bei der man die künftig längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt nebst gewaltiger Baumaschinen hautnah kennen lernen kann. Mit dabei sind zudem die Bäckerei Therese Mölk, die Felder KG, Fröschl, das Kraftwerk Volders der Hall AG sowie die Firmen Ragg, Recheis Teigwaren und Tiroler Rohre GmbH.

Das „Offene Werkstor“ sei in mehrfacher Hinsicht „großartig“, lobt Arbeitslandesrätin Beate Palfrader: „Viele Menschen wissen gar nicht, welche tollen Unternehmen es bei ihnen um die Ecke gibt, obwohl sie täglich vorbeifahren.“ Zugleich erhielten jung­e Menschen bei den Touren Einblick in mögliche Arbeitsplätze in der Region.

„Wenn man weiß, wie Wirtschaft funktioniert und wie Produkte entstehen, baut man einen völlig anderen Bezug und mehr Verständnis auf“, ergänzt Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Dass Innsbruck zum zweiten Mal an die von Innsbruck-Land ausgehende Aktion andockt, freut Karl Josef Ischia, Obmann der WK-Bezirksstelle Innsbruck-Stadt: Gerade in einer „so pulsierenden und vielfältigen Stadt“ wie Innsbruck sei es oft nicht leicht, die innovativen Gewerbebetriebe wahrzunehmen.

Eugen Stark, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung, wünscht sich, dass das erfolgreiche Format in weiteren Regionen übernommen wird. In Schwaz gebe es etwa schon Ansätze dazu. „Auch wenn man es nicht glauben würde: Die Industrie trägt mit 22 Prozent am meisten zur Wertschöpfung in Tirol bei.“

Wer an den Betriebsführungen teilnehmen will, kann sich bis 24. Februar online unter www.offeneswerkstor.at registrieren. Da es laut Michael Gsaller vom Haller Stadtmarketing stets „ein Mehrfaches“ an Anmeldungen für die 600 verfügbaren Plätze gibt, werden die „Boardingpässe“ danach unter allen Angemeldeten zugelost. (md)