Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.01.2019


Bezirk Landeck

Tinetz will Versorgung am Sonnenplateau ausbauen

In Fiss will der Netzbetreiber ein neues Umspannwerk errichten. Für ihre künftige Entwicklung braucht die Region mehr Strom.

Die Tinetz arbeitet derzeit daran, die Stromversorgung für das Sonnenplateau zu verbessern.

© ReichleDie Tinetz arbeitet derzeit daran, die Stromversorgung für das Sonnenplateau zu verbessern.



Von Matthias Reichle

Fiss, Serfaus, Ladis – Bergbahnen, Hotels, Restaurants – sie alle haben eines gemeinsam: Sie brauchen Strom. Die Tinetz GmbH, Tochter der Tiwag und für das Stromnetz verantwortlich, forciert derzeit ein Projekt, um den Energiehunger der drei Tourismusgemeinden auch in Zukunft zu decken. Man will damit eine weitere wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, betont Geschäftsführer Thomas Rieder. In Fiss soll noch heuer ein Umspannwerk errichtet werden, um die Region mit einer neuen Hochspannungsleitung zu erschließen. Die Verfahren laufen.

„Es wird viel gebaut. Jeder Tourismusbetrieb hat inzwischen einen Wellnessbereich. Man merkt, dass es der Wirtschaft gut geht“, betont der Tinetz-Chef. Es sei ein Punkt erreicht, an dem ein Ausbau nötig ist, man will aber auch die Versorgungssicherheit steigern. Wobei der Netzbetreiber hier vorausschauend plane. Sowohl künftige Projekte der Bergbahnen als auch eine Bauland-Erschließung spielen eine Rolle.

Es ist eines der größeren Projekte, die das Unternehmen heuer umsetzen möchte – für den Bezirk Landeck ist es das größte. Die Investitionen liegen im Millionenbereich, so Rieder. Um die Energieversorgung künftig zu gewährleisten, soll eine 110-kV-Freileitung errichtet werden: Sie knüpft laut aktuellen Plänen an die bestehende 110-kV-Verbindung Prutz – Tobadill an, quert dreimal die Lader Straße und den Urgen­ebener Bach. Das Umspannwerk selbst ist an der Lader Straße nördlich der Fisser Höfe geplant. Der Standort habe sich aufgrund der Lage zu bestehenden Stromleitungen angeboten, so Rieder. Von dort wird die Region mit 25-kV-Erdkabeln erschlossen, erläutert er. Das Werk selbst hat einen Flächenbedarf von 3500 Quadratmetern. Die Umspanner werden im Freiland errichtet, für die Schaltanlage ist ein Betriebsgebäude geplant.

Für die Anlage wurde inzwischen um eine naturschutzrechtliche Genehmigung angesucht. Die Verhandlungen für die Freileitungen seien derzeit noch nicht so weit, betont der Tinetz-Geschäftsführer. Wunschtermin für den Baustart sei Ostern, so Rieder. In Fiss werden die Investitionen begrüßt: „Gerade letzte Woche hatten wir einen Stromausfall“, betont der Fisser Bürgermeister Markus Pale. Da sei man froh, wenn die Tinetz investiere. Vor allem die Bergbahnen bräuchten viel Strom, sowohl für den Betrieb der Lifte, als auch für die Schneeproduktion.




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