Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.01.2019


Osttirol

Unternehmer in Osttirol: Ein Labor für Gründer und Macher

LR Patrizia Zoller-Frischauf hat in Lienz einen „Brutkasten“ für Jungunternehmer eröffnet, den Inkubator S³ der Innos GmbH.

Richard Piock, Johannes Mascher, Florian Wiedemayr, Stephan Pichler und LR Patrizia Zoller-Frischauf setzen auf den Inkubator S³.

© Blassnig ChristophRichard Piock, Johannes Mascher, Florian Wiedemayr, Stephan Pichler und LR Patrizia Zoller-Frischauf setzen auf den Inkubator S³.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Drei Osttiroler haben eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet. Unter ihrem Firmennamen Phonum entwickeln die Jungunternehmer (zwischen 20 und 23 Jahre alt) tragbare Lautsprecher, die unterwegs oder daheim über die Funkverbindung Bluetooth mit Musik versorgt werden können. Das Besondere: Der Lautsprecher soll ein ausziehbares Gehäuse bekommen. „Möglichst wenig Platzbedarf beim Transport und trotzdem möglichst guter Klang für unterwegs“, das sei das Ziel der Tüftler, erklärt Johannes Mascher, einer der drei Freunde. Wie bei einem Teleskop lassen sich die einzelnen Elemente der ersten Prototypen zu einem Würfel auseinanderziehen. „Guter Klang braucht Volumen“, erläutert Florian Wiedemayr, „den Platz dafür brauche ich unterwegs für wichtigere Dinge. Deshalb diese Bauweise.“ Stephan Pichler, der Dritte im Bunde, nennt hohe Ansprüche an das eigene Produkt: „Es muss so gut sein, dass wir selbst es sofort kaufen würden.“ Eine erste Preismarke beziffern die Phonum-Gründer mit 200 Euro.

Ihren ersten Firmenstandort haben die Jungunternehmer im Inkubator S³ der Innos GmbH in Lienz, der von Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf eröffnet wurde. Im Glöcklturmgebäude stellt die „Gesellschaft für Innovation und nachhaltige Entwicklung“, kurz Innos, Gemeinschafts-Büro- und Laborräume für maximal sechs Gründer zur Verfügung.

Ein Inkubator sei ein „Brutkasten“, der jungen Menschen „Mut geben soll, Neues auszuprobieren, ohne dass dies jemanden in den Ruin treibt“, begründet Innos-Initiator Richard Piock die Einrichtung. „Wir brauchen neben Geld und den richtigen Köpfen auch eine Kultur des Scheiterns. Das gehört dazu.“ Nur in Wien, Graz und Dornbirn gebe es Ähnliches. Die Zeit im Inkubator ist auf sechs Monate beschränkt. Alle 14 Tage laufen verpflichtende Kurse zu relevanten Themen wie Businessplan, Finanzierung und Vermarktung.