Letztes Update am Mo, 18.02.2019 11:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lieferservice

Aus Pink wird Grün: Mjam und Foodora werden zusammengeführt

Der Lieferservice-Anbieter Delivery Hero setzt künftig nur noch auf seine Marke Mjam. Für die Kunden ändere sich nichts. Die Foodora-Seite soll noch einige Monate abrufbar bleiben.

Foodora und Mjam werden zu MjamPlus zusammengeführt

© MjamFoodora und Mjam werden zu MjamPlus zusammengeführt



Wien, Innsbruck – In den umkämpften Markt der Essens-Lieferdienste kommt es nach dem angekündigten Aus von „Uber Eats“ in Österreich erneut zu Bewegung. Nach einem Bericht der Tageszeitung Standard, dass der Essenslieferant Foodora in seiner Schwestermarke Mjam aufgehen soll, meldete sich Delivery Hero, zu der die beiden Anbieter gehören, zu Wort. „Die beiden Radkurierflotten in Wien (Foodora), Graz, Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt (Mjam) werden zusammengeführt“, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der TT. Alle Restaurants, die auf die Kurierflotte zurückgreifen, würden ab April auf den Mjam Plattformen unter MjamPlus gelistet.

„„Wir vereinen die Erfolgsfaktoren der bisher in Österreich etablierten Modelle im Food-Delivery-Business zu einem Team und einer Marke mit nationaler Reichweite“, erklärt Artur Schreiber, seit dem Vorjahr operativer Geschäftsführer der Marken Mjam und Foodora.

Größer, effizienter und innovativer

Ziel sei es den hochwertigen „Brand“ von Foodora und Mjam als österreichweit etablierte Marke und einem deutlich größeren Kundenstamm zusammenzuführen um den Kunden „in jeder Situation und für jedes Bedürfnis das richtige Angebot“ anzubieten

„Ab April werden alle unsere rund 600 Fahrradkuriere in Wien und die rund 160 in Graz, Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt in grünem Outfit die Bestellungen zu den Kunden bringen“, so Schreiber. Für die Fahrradkuriere gebe es keine Veränderungen: Der seit 1. Jänner 2019 eingeführte Mindeststundenlohn von acht Euro bleibe und es gebe weiterhin spezielle Ausrüstungen für die heißen Sommer- und kalten Wintermonate. Einzig die Farbe ihrer Jacken und Rucksäcke würde sich auf „Mjamgrün“ ändern.

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Österreichweit 2200 Restaurants

Die Restaurantpartner wurden ebenso wie alle Fahrradkuriere heute über den Zusammenschluss der beiden Marken informiert. Sie würden künftig von einer österreichweit operierenden Flotte profitieren. „Zudem ergeben sich für die Restaurants neue Kundensegmente und wir bieten ihnen ein gemeinsames, größeres Budget für Marketing und nationale Kampagnen“, betont Schreiber.

Mjam, davor als reine Online-Bestellplattform bekannt, hat im vergangenen Jahr in Graz den ersten Radkurier-Service eingeführt. Inzwischen wird auch in Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt zugestellt. Österreichweit hat Mjam 2200 Restaurants an sein System angeschlossen. Die Schwester Foodora war bisher nur in Wien unterwegs. Rund 600 Kuriere arbeiten für Foodora, mehr als 90 Prozent haben ein freies Dienstverhältnis. Bei Mjam gibt es 160 Fahrer.

Nur noch zwei Anbieter

Wenn Foodora und UberEats vom österreichischen Markt verschwunden sind, bleiben noch Mjam und - inklusive Lieferheld, Foodora und Pizza.de - für knapp eine Milliarde Euro an Takeaway.com verkauft. Im Gegenzug soll Delivery Hero neben Bargeld eine Aktienbeteiligung an Takeaway.com erhalten. Die Beteiligung soll rund 18 Prozent ausmachen. Der Deal soll bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

Aktuell sucht das Unternehmen über 300 Fahrer, 152 davon in Wien, 128 in Graz, 15 in Salzburg und 20 in Innsbruck. Den rund 200 vom Aus von UberEats betroffenen Fahrradkurieren hat Mjam bereits angeboten, zu wechseln. (tt.com, APA)