Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 03.03.2019


Exklusiv

Zahl der Skifahrer sinkt: „Rettung der Alpen liegt in China“

Die Zahl der Skifahrer sinkt, nun will Hotelier und Visionär Günther Aloys mit einem Film die Chinesen in die Berge locken.

Schon bald könnten 300 Millionen Chinesen aufbrechen, um in den Alpen Ski zu fahren.

© Getty Images/XixinxingSchon bald könnten 300 Millionen Chinesen aufbrechen, um in den Alpen Ski zu fahren.



Von Verena Langegger

Ischgl — 4,5 Millionen Skifahrer weniger in den vergangenen zehn Jahren: Der Ischgler Hotelier und durch seine schrägen Idee­n bekannte Tourismus­vordenker Günther Aloys „kann sich ausrechnen, was sein wird": immer weniger Skifahrer. Daher ist er auf der Suche nach neuen Zielgruppen, Menschen, die ihren Urlaub in den Alpen verbringen und auch die Ski anschnallen. Potenzial sieht er in Chin­a. „Aktuell fahren rund vier Millionen Chinesen Ski, 300 Millionen Skisportler könnten es werden."

Um in China die europäischen Alpen bekannter zu machen, will Aloys einen weiteren Film drehen. Regisseur soll — wie bereits bei Aloys' letzten beiden Filmen — Markus Plunder sein. „Die Handlung wird dramatisch", freut sich Aloys: Ein europäischer Abfahrtsläufer versucht nach einer Verletzung wieder im Weltcup Fuß zu fassen. Er beginnt zu trainieren und beobachtet einen 16-jährigen chinesischen Buben, der ebenfalls im Skiweltcup Erfolg haben will. Schließlich gibt der Ex-Abfahrer seine eigene Karriere auf, um den jungen Chinesen an die Weltspitze zu bringen. „Moralisch ist er also auch Sieger", freut sich Aloys über den Plot des Filmes für den chinesischen Markt.

„Aktuell fah- ren rund vier Millionen Chinesen Ski, 300 Millionen könnten es noch werden.“

Gedreht werden soll im kommenden Winter, nicht nur in den Tiroler Alpen — Aloys will die gesamten europäischen Alpen in China vermarkten, Der Dreh sei bereits vorbreitet, gesponsert werde das Projekt durch Product Placement von Atomic, Rossignol, verschiedenen Skibekleidungsfirmen und prominenten Dreh- orten, wie St. Moritz.

Die Chinesen für das Skifahren in den Alpen zu begeistern, ist für den Touristiker naheliegend. Schon jetzt liege Österreich für chinesische Touristen auf Platz 5 unter den europäischen Destinationen, fast die Hälfte aller Chinesen komme nach Tirol oder Salzburg. Und was Aloys ebenfalls freut: „Die Chinesen habe­n Geld, fast alle gehören der gehobenen Mittel- und Oberschicht an und sind kaufkräftig." Der Tourismus müsse auch die Olympischen Winterspiele, die 2020 in Peking stattfinden, nützen. So gab es 2016 in China 600 Skigebiete, 2018 bereits 800.

Visionäre Ideen und Aktionen

  • Downhill Bubbles: Mit einer überdachten Skipiste wäre der eingehauste Teil der Alpen wetterunabhängig.
  • Achterbahn: 25 km lange Achterbahn durch die Alpen, die zur Unterhaltung der Gäste wäre.
  • Roter Inn: Aloys ließ 300 kg Mineralien in den Inn kippen, als Werbung für das Simply-Red-Konzert in Innsbruck.
  • Kühe mit Kunst am Fell: Aloys wollte Kühe mit Bildern von Picasso oder Wahrhol auf die Weide schicken. Die Farbe hielt jedoch nicht.
  • Steintreppe: Über 7000 Steinstufen soll es auf den Lattenkopf gehen.
  • Rollerbyke: Zwitter aus Tretroller und Fahrrad, um im Sommer die Hänge hinunterzufahren.