Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.03.2019


Osttirol

digitalOsttirol: Lehrlinge nutzen ihr Handy als digitalen Ausweis

Eine Projektgruppe in der Fachberufsschule Lienz stattet alle Lehrlinge mit der Handysignatur aus. Das Finanzamt und die BH unterstützen.

Marcel Kleinlercher, Melanie Handl, Elisabeth Gantschnig und Elena Baumgartner (v. l.) statten im Rahmen ihrer Projektarbeit digitalOsttirol alle Schüler und Lehrer der Berufsschule Lienz mit der Handysignatur aus.

© Christoph BlassnigMarcel Kleinlercher, Melanie Handl, Elisabeth Gantschnig und Elena Baumgartner (v. l.) statten im Rahmen ihrer Projektarbeit digitalOsttirol alle Schüler und Lehrer der Berufsschule Lienz mit der Handysignatur aus.



Von Christoph Blassnig

Lienz – „In fünf Jahren werden wir alle nicht mehr ohne Han­dysignatur auskommen“, meinte Bezirkshauptfrau Olg­a Reisner bei einer Projektpräsentation. Das Finanzamt Lienz-Kitzbühel mit Vorständin Anita Grauß-Auer und die Bezirkshauptmannschaft Lienz unter Olga Reisner unterstützen ein Schulprojekt an der Tiroler Fachberufsschule Lienz: digitalOsttirol. Elena Baumgartner, Elisabeth Gantschnig, Melanie Handl und Marcel Kleinlercher statten alle Lehrlinge und den Lehrkörper mit der Handysignatur aus. Das ist eine Art digitaler Ausweis, der einmalig für die eigene Mobilfunknummer freigeschaltet werden muss. Die Behörden stellen zum Zweck der Registrierung in den nächsten vier Tagen einen sicheren Internetzugang in der Schule zur Verfügung.

Für die junge Generation sei das Handy fester Bestandteil des Lebens, die Nutzung des Telefons als mobiler digitaler Ausweis daher nur naheliegend. Die vier Lehrlinge bestätigten dies: „Ich logge mich mindestens wöchentlich ein“, erklärte etwa Elisabeth Gantschnig. Melanie Handl verwaltet unter anderem ihre Wahlarztrechnungen auf diese Weise. Der Zugriff auf das Portal Tirol (eine Verwaltungskontaktstelle), auf das eigene Pensionskonto, zur Arbeitnehmerveranlagung beim Finanzamt, der Kontakt zur Gebietskrankenkasse, die Abstimmung bei Volksbefragungen oder Wahlkartenanforderungen, Gemeindedienstleistungen – vieles unterstützt die digitale Identifikation bereits. Zur jeder Anmeldung wird ein einmaliger Code auf das Handy geschickt. Der Vorteil für den Bürger sei die Erreichbarkeit der Ämter abseits von Öffnungszeiten und ohne Wege, verdeutlichte Reisner. Anita Grauß-Auer, Vorständin des Finanzamtes Lienz-Kitzbühel, erklärte, das Schulprojekt verdiene jede Unterstützung. Über Freunde der Jugendlichen und deren Familien erreiche man langsam andere Generationen. „Schließlich soll in Zukunft jeder von der Handysignatur profitieren. Behördenwege werden digital.“ Eine Umfrage in der Schule hat ergeben, dass bisher nur 16 Prozent aller Eltern bereits über ihre persönliche Signatur verfügten.

Direktorin Susanna Tasch (l.), Bezirkshauptfrau Olga Reisner und Anita Grauß-Auer (5. und 6. v. l.) unterstützen das Projektteam nach Kräften.
Direktorin Susanna Tasch (l.), Bezirkshauptfrau Olga Reisner und Anita Grauß-Auer (5. und 6. v. l.) unterstützen das Projektteam nach Kräften.
- Christoph Blassnig



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