Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Standort Tirol

Thaler fordert Digitalsteuer

Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin Barbara Thaler wünscht sich nach dem Scheitern einer EU-weiten Digitalsteuer eine österreichische Lösung.

 (v.li.) Martin Wetscher (Handel), R. Kohl (Cura Cosmetic), W. Vyslozil (SOS Kinderdörfer), R. Buck (Edelweiß Bike Travel), M. Sepp (Gastspiel), WK-Vizepräsidentin Barbara Thaler, Max Reitmeier (Retail Lab).

© WK/Die Fotografen (v.li.) Martin Wetscher (Handel), R. Kohl (Cura Cosmetic), W. Vyslozil (SOS Kinderdörfer), R. Buck (Edelweiß Bike Travel), M. Sepp (Gastspiel), WK-Vizepräsidentin Barbara Thaler, Max Reitmeier (Retail Lab).



Innsbruck – „Der Handel soll am Standort Tirol und weltweit brillieren“, sagte die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, Barbara Thaler, beim gestrigen Handelsforum. Um Unternehmen und ihre Produkte bestmöglich zu präsentieren und zu vermarkten, brauche es „Tiefenstruktur statt Oberfläche“ und die „Kernbotschaft Marke“. Thaler kritisierte zudem die Ablehnung einer EU-weiten Digitalsteuer und wünschte sich eine eigene Digitalsteuer für Österreich, wie sie Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) bereits als erste nationale Maßnahme zur Besteuerung von Digitalkonzernen ab Anfang 2020 angekündigt hat.

Max Reitmeier vom Retail Lab der Universität Innsbruck erklärte, was gute Marken ausmache. Als Beispiel nannte er etwa die Supermarktkette MPreis. Das Unternehmen vermittle mit einem „Orchester von Produkten“ Lifestyle, lege aber mit seinen architektonisch wertvollen Supermärkten auch Wert auf Ästhetik beim Einkaufen. Funktioniere eine Marke, dann werde eine starke Identität zwischen Kunden und Produkt geschaffen, der Kunde befinde sich, so Reitmeier, in Bewegung, er finde sich in einem Wertesystem wieder. Auch das US-Unternehmen Tesla zeige die perfekte Markenbindung vor. So habe es schon Bestellungen der Elektrofahrzeuge gegeben, als noch gar keine gebaut worden seien. „Allein durch die Versprechungen des Elon Musk haben sich Kunden mit diesen Werten identifiziert“, erklärte Reitmeier.

Barbara Thaler betonte bei dem Unternehmertreffen die derzeitige „gute wirtschaftliche Lage“, auch 2019 werde, wie 2018, ein wirtschaftlich gutes Jahr für den Tiroler Handel werden. Doch wo Licht, da gebe es auch Schatten, für Unternehmer heiße dieser Schatten „Fachkräftemangel“. Mittlerweile sei auch der Handel betroffen, sagte Thaler. Denn obwohl „Geschäfte Teil einer gewünschten Urbanität“ seien, verändere sich das Einkaufsverhalten der Menschen und verlagere sich immer mehr ins Internet. Nichtsdestotrotz müssten „online und offline zusammengehören“. (ver)