Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 18.03.2019


Standort Tirol

Maschinenring sucht Personal

Über das Jahr 2018 zieht der Maschinenring Osttirol eine positive Bilanz. Der Umsatz ist gestiegen, doch die Suche nach den benötigten Mitarbeitern ist nicht so einfach.

Maschinenring-Obmann Hans Gumpitsch zog mit den Geschäftsführern Martin Mayerl (l.) und Klemens Kreuzer (r.) Bilanz über das Jahr 2018.

© Daniela AguMaschinenring-Obmann Hans Gumpitsch zog mit den Geschäftsführern Martin Mayerl (l.) und Klemens Kreuzer (r.) Bilanz über das Jahr 2018.



Von Daniela Agu

Lienz – „Das Geschäft hat sich zahlenmäßig zufriedenstellend entwickelt. Die Landwirtschaft hatte 2018 einige Herausforderungen zu meistern und wir waren ein starker Partner“, resümiert Maschinenring-Obmann Hans Gumpitsch im Rahmen der Generalversammlung über das Jahr 2018. Die Schlagzeilen sprechen eine klare Sprache. Zuletzt habe die „Amok-Kuh“ wieder für Aufregung gesorgt. Die Bauernschaft befinde sich im Spannungsfeld zwischen artgerechter Haltung und touristischen Interessen.

Geschäftsführer Martin Mayerl steckte die Entwicklungsbereiche ab: Technisierung, Digitalisierung, Umweltschutz, Kostenfaktoren und Arbeitskräftemangel seien die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft, mit denen man sich kompetent auseinandersetzen müsse. Besonders brisant ist für ihn der Arbeitskräftemangel.

Im vergangenen Jahr haben sechs Zivildiener 5000 und die Betriebshelfer 6000 Arbeitsstunden geleistet. Für die über 800 Kunden waren auch 31 Freiwillige im Einsatz. Das bestehende Personal beim Maschinenring zählt derzeit 30 Leasingkräfte, das sei ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem benötige man dringend zehn bis 20 Fachkräfte, die als Allrounder einsetzbar und arbeitswillig sind, berichtet Mayerl.

Aufgrund der Situation setzt die Organisation nun auf die Ausbildung eigener Lehrlinge. 2019 wird zum ersten Mal eine Lehrstelle für einen Gärtner frei. Die Forstanschlusslehre sei ebenfalls möglich, da gebe es heuer zwei Lehrlinge, die ihren Facharbeiter machen. Durch die Aufstockung des Personals könne der Maschinenring noch besser Fuß fassen, meinte Co-Geschäftsführer Klemens Kreuzer.

Die klassischen Einsätze des Maschinenrings drehen sich um Grünraumdienste, Winterdienste und die Forstdienstleistungen. Das Unwetter im Oktober 2018 habe dazu geführt, dass Mitarbeiter des Maschinenrings mit der Aufforstung und Pflege der betroffenen Waldflächen beschäftigt sind. „Es wird weitere 20 Jahre dauern, bis sich der Wald wieder erholt hat“, meint Kreuzer.

Das jüngste „Baby“ der Gemeinschaft, das Forsttechnische Ingenieurbüro, komme auch langsam in Fahrt. Das seit vier Jahren bestehende Projekt sei gut angelaufen, erklärte Kreuzer. Hier könne man eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent verbuchen. Insgesamt verzeichne man einen Gesamtumsatz von rund acht Millionen Euro, was ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Das Fachreferat bei Jahreshauptversammlung hielt der Osttiroler Wetterexperte Martin Ortner, der über Wetterphänomene und den Klimawandel berichtete. „Dass Engerlinge in Glanz fünf Hektar Felder vernichten, war noch vor 20 Jahren undenkbar“, leitet Klemens Kreuzer ein. Der Klimawandel betreffe auch Osttirol.

Auch Neuwahlen standen auf der Agenda, wobei es keine Änderungen der derzeitigen Konstellation gab. Obmann bleibt Hans Gumpitsch, er erhielt 95 Prozent der Stimmen. Seine Stellvertreter heißen Franz Aichner (98 Prozent) und Markus Steiner (98 Prozent).

Der Maschinenring Osttirol hat 1175 Mitgliedsbetriebe. 2018 arbeiteten rund 300 Personen beim Maschinenring Osttirol, neben Landwirten auch Fach- und Hilfsarbeiter.