Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.03.2019


Bezirk Kufstein

Verein Kaiserweis muss gespannt auf Fördergeld warten

Der Verein Kaiserweis zur Vermarktung heimischer Produkte sitzt mit neuem Namen auf altem Schuldenberg.

(Symbolfoto)

© Wodicka(Symbolfoto)



Walchsee – Vor vier Jahren wurde der Verein Kaiserwinkl Genuss gegründet, mit dem Ziel, eine Plattform für regionale Produzenten zu schaffen. Die Gemeinden und der Tourismusverband des Kaiserwinkls haben sich am Projekt beteiligt. Dann wurde der Leaderverein KUUSK gegründet und man sah es als gute Gelegenheit, daraus ein EU-gefördertes Projekt zu machen. Geld war auch nötig, um den Produzenten mit einer Homepage einen Auftritt zu geben. Der TVB Kufsteinerland zeigte ebenfalls Interesse und so wurde das Projekt ausgedehnt.

Obmann Sebastian Schrödl erklärte bei der Jahreshauptversammlung, was in den vergangenen vier Jahren bereits alles geschehen sei. Unter anderem wurde ein Vereinslogo entworfen und bei der Jahreshauptversammlung der Name von Kaiserwinkl Genuss in Kaiserweis abgeändert.

Den Mitgliedern und Interessierten macht jedoch das Projekt viel zu langsam Fortschritte, denn außer ein paar Präsentationen bei Veranstaltungen gebe es kaum Aktivitäten, die den Produzenten helfen würden, ihre Produkte zu den Konsumenten zu bringen, wie es hieß. 167.000 Euro wurden an Leaderförderung zugesagt aber noch nicht ausbezahlt. Seitens der Gemeinden flossen rund 17.000 Euro und so sitze man derzeit auf einem Schuldenberg von rund 68.000 Euro, der sich aus Zahlungen für Beraterfirmen und Gehältern zusammensetze.

Auch über die Ausrichtung gibt es unterschiedliche Meinungen: Obmann Schrödl sieht vor allem die Gastronomen als Abnehmer, der Walchseer BM Dieter Wittlinger meint hingegen, dass man mit den Gästen in der Region beginnen sollte. Die Niederndorfer Bäckerin Birgit Pris­tauz zeigte sich verwundert, dass man in der Kaiserweis ein touristisches Projekt sieht, denn ihr geht es in erster Linie um die Bewusstseinsbildung bei der eigenen Bevölkerung. BM Wittlinger forderte dazu auf, sich Gedanken über die strategischen Ziele des Vereins zu machen. Bei der Neuwahl wurde Sebastian Schrödl wieder zum Obmann gewählt, seine Stellvertreterin ist Manuela Kalkhauser. (be)