Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.03.2019


Standort Tirol

Bei Breitband surft Heinfels dem Oberland voraus

Im Planungsverband Sillian-Umgebung hat Heinfels beim schnellen Internet die Nase vorn. Ein Anschluss über Südtirol macht es möglich.

Der Heinfelser Bürgermeister Georg Hofmann (l.) mit den Arbeitern der Firma, die einen Verteilerkasten für Glasfaser vorbereiten.

© HofmannDer Heinfelser Bürgermeister Georg Hofmann (l.) mit den Arbeitern der Firma, die einen Verteilerkasten für Glasfaser vorbereiten.



Von Catharina Oblasser

Heinfels – Immer mehr Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen sind auf die möglichst schnelle Übertragung von Daten angewiesen. Ein Glasfasernetz macht ultraschnelles Internet möglich, und darauf setzt Osttirol.

Im Planungsverband Sillian und Umgebung-Villgraten-Tilliach wird gerade an der Hauptversorgungsleitung gearbeitet, die als „Backbone“ bezeichnet wird. Sie erschließt das Drautal bis zur Staatsgrenze und verzweigt sich ins Tiroler Gailtal sowie ins Villgratental. Für die Verbindung zwischen dem Backbone und den einzelnen Gebäuden ist die jeweilige Gemeinde zuständig.

Heinfels ist Vorreiter beim ultraschnellen Internet. Das gemeindeeigene Glasfasernetz ist seit Ende Dezember 2018 in Probebetrieb, sagt Bürgermeister Georg Hofmann. „Etwa zwei Drittel des Ausbaus sind geschafft. Die Fertigstellung soll noch heuer erfolgen.“ Hintergrund der raschen Umsetzung: Die Gemeinde hat ihren Backbone-Anschluss von Südtirol aus bewerkstelligt, und zwar über eine Infrastrukturfirma, die eine Hauptleitung über die Staatsgrenze bis zur Heinfelser Gemeindegrenze bereitstellt. „Da haben wir uns angehängt, weil das die schnellste Möglichkeit war“, berichtet der Bürgermeister.

Laut Hofmann hat die Gemeinde 800.000 Euro aufgewendet, der weitaus größte Teil soll über Förderungen wieder zurückfließen. Das Geld ging unter anderem in 9,3 Kilometer Kabeltrasse, 35 Verteilerkästen und eine Ortszentrale. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Rohren wurden zwölf Kilometer Leerrohre vergraben und mit den für das schnelle Internet nötigen Glasfaserkabeln befüllt, berichtet der Bürgermeister. „Damit kann Heinfels als erste Gemeinde des Planungsverbandes der Bevölkerung und den Betrieben diese wichtige Infrastruktur zur Verfügung stellen.“

Im Tiroler Gailtal mit den Gemeinden Kartitsch, Ober- und Untertilliach wird auch auf dieses Ziel hingearbeitet, berichtet Matthias Scherer, Bürgermeister von Obertilliach und Obmann des Planungsverbandes, welcher zehn Gemeinden umfasst. „Wir haben soeben den Auftrag für die Arbeiten am Backbone vergeben“, sagt Scherer. „Bis Ende 2019 soll der Backbone zwischen der Abzweigung Tassenbach und der Landesgrenze zu Kärnten fertig sein.“ Gleiches gilt für den Anschluss Anras und Abfaltersbach.

Die Errichtung dieser Hauptleitung bedeutet nicht, dass die Gailtalstraße (B111) auf der gesamten Länge aufgegraben werden muss. „Die Leitung wird zum Teil auf Feldwege­n oder über Privatgrund verlegt, je nachdem, was am einfachsten ist“, erläutert der Planungsverbands­obmann.

Im Villgraten soll der Backbone nächstes Jahr bis ganz hinein nach Innervillgraten geführt werden. Viele Vorarbeiten wurden schon gemacht. „Es fehlt noch ein kurzes Verbindungsstück des Backbone am Taleingang bei Heinfels“, so der Außervillgrater Bürgermeister Josef Mair.