Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 22.03.2019


Standort Tirol

Erneuerbare Energie fürs Gemeinwohl

Während die Landespolitik einen Photovoltaikboom ausruft, pocht der Gemeinwohlverein Tirol auf Nachhaltigkeit für Generationen.

Nicht nur auf grünen Dächern, sondern auch als Brüstungsmauern und Energiefassaden könnten Photovoltaikmodule eingesetzt werden.

© KollnigNicht nur auf grünen Dächern, sondern auch als Brüstungsmauern und Energiefassaden könnten Photovoltaikmodule eingesetzt werden.



Von Christoph Blassnig

Dölsach, Innsbruck – Der Dölsacher Unternehmer Martin Kollnig engagiert sich im Verein Gemeinwohl-Ökonomie Tirol, der seit 2017 besteht. Die handelnden Personen und beteiligten Unternehmen stehen „für die Stärkung der regional, biologisch, ökologisch und sozial ausgerichteten Tiroler Wirtschaft, ergänzt durch fairen Welthandel“, so steht es auf der Homepage zu lesen.

„Wir brauchen in Tirol keinen Boom der Photovoltaik, der nach seiner Zeit wieder einbricht", meint Martin Kollnig 
(Unternehmer).
„Wir brauchen in Tirol keinen Boom der Photovoltaik, der nach seiner Zeit wieder einbricht", meint Martin Kollnig 
(Unternehmer).
- Kollnig

Nächste Woche findet im Haus der Begegnung in Innsbruck ein „Symposium Sonnenenergie Tirol“ statt, mit Partnern wie Energie Tirol und der Standortagentur.

„Wir müssen aus dem Dornröschenschlaf aufwachen und mit offenen Augen umsetzen, was längst hätt­e geschehen können“, will Kollnig, selbst Referent beim Symposium, zwar aufrütteln. „Doch was wirtschaftlich niemand braucht, ist ein Boom, wie ihn die Tiroler Landespolitik derzeit ausruft, der ja nach seiner Zeit einbricht.“ Negativbeispiele dafür, welche Folgen der Einbruch nach einem Boom haben kann, gebe es in europäischen Ländern im Bereich der Photovoltaik zur Genüge. Der Energiesektor biete der breiten Bevölkerung technisch längst die Möglichkeit, nachhaltig, dezentral und vernetzt ihre Unabhängigkeit voranzutreiben, auch für kommende Generationen.

Kollnig wird in seinem Referat eines von vielen Osttiroler Pilotprojekten vorstellen: „Junges Wohnen ist gleich CO²-freies Wohnen“. Dabei entsteht ein Eigenheim ohne Beton und Styroporisolierung, das den eigenen Energiebedarf das ganze Jahr über selbst zu decken vermag.

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Bau- und Raumordnungen sollten erprobte Möglichkeiten wie die fassadenintegrierte Stromerzeugung endlich zulassen, schlägt Kollnig vor.