Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.03.2019


Exklusiv

Urlauber-Minus in Tirol auch im Februar: Kein Rekordwinter

Im stärksten Wintermonat Februar meldete Tirols Tourismus Rückgänge. Die Saison wird vielfach vor dem heuer sehr späten Ostertermin enden.

Im Tal hat in Tirol der Frühling Einzug gehalten, auf den Bergen gibt es aber noch reichlich Schnee für den Pistenspaß.

© Julia HammerleIm Tal hat in Tirol der Frühling Einzug gehalten, auf den Bergen gibt es aber noch reichlich Schnee für den Pistenspaß.



Innsbruck – In Summe verzeichnete der Tiroler Tourismus im Februar, dem vor allem auch wegen der Semesterferien traditionell stärksten Monat der Wintersaison, mit knapp 1,498 Millionen Gäste-Ankünften ein Minus von 2,3 Prozent. Und viele der Urlauber blieben auch kürzer: So fiel der Rückgang bei den Nächtigungen mit 4,3 Prozent auf knapp 7,43 Millionen sogar fast doppelt so kräftig aus.

Insgesamt bedeutet das für die ersten vier Monate der Wintersaison (ausständig sind noch der März und April) ein Minus von 1,3 Prozent auf gut 4,178 Millionen Ankünfte und ein Minus von 1,6 Prozent auf fast 18,829 Millionen Nächtigungen. Obwohl im Tal in diesen Tagen vielfach frühlingshafte Temperaturen herrschen, ist die Schneelage in den meisten Skigebieten noch sehr gut. Weil aber Ostern heuer extrem spät ist (der Ostersonntag ist erst am 21. April), dürften etliche vor allem niedriger gelegene Skigebiete die Saison bereits vorher beenden, während sich hochgelegene Skigebiete wie Ischgl, der Arlberg oder Sölden noch ein sehr gutes Ostergeschäft erwarten.

Klar scheint aber entgegen manch äußerst optimistischer Prognosen (so erwartete etwa die Bank Austria nach dem Rekord von 27,58 Millionen Nächtigungen das Durchbrechen der 28-Millionen-Marke), dass dieser Winter zwar einer der besten, aber sicher keine neue Rekordsaison für die Touristiker sein wird.

Unterdessen kommt von Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl und VP-Tourismussprecher Mario Gerber Lob für den von Umwelt- und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ebenfalls ÖVP) vorgestellten Masterplan für den Tourismus („Plan T“). Österreich liege beim Tourismus seit vielen Jahren unter den weltweiten Top-15-Nationen, dieser zähle mit 16 Prozent zu den wesentlichsten Wirtschaftsfaktoren und schaffe 770.000 vollzeitäquivalente Arbeitsplätze. Der „Plan T“ sei „Ausdruck einer bis dato einzigartigen Gesamtstrategie“, sagt Hörl. Mehr als 500 Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktiker aus allen Bereichen hätten in Workshops in allen Bundesländern mitgearbeitet. Es gehe auch um eine bessere Tourismusgesinnung. Also sei es eigentlich „ein Plan L für mehr Lebensqualität“, betont Gerber. (va)