Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 03.04.2019


Bezirk Landeck

Nein zu Fußgängerzone in Landeck, Radfahrer willkommen

Mit wenigen, dafür klaren Worten drückten Vertreter der Leistungsgemeinschaft (LG) Landeck-Zams kürzlich bei der Vollversammlung ihre Ablehnung der Idee einer Sommerfußgängerzone in Landecks Malserstraße aus.

BM Wolfgang Jörg (l.) und Obmann Mathias Weinseisen diskutierten über eine mögliche Fußgängerzone.

© ZangerlBM Wolfgang Jörg (l.) und Obmann Mathias Weinseisen diskutierten über eine mögliche Fußgängerzone.



Landeck – Mit wenigen, dafür klaren Worten drückten Vertreter der Leistungsgemeinschaft (LG) Landeck-Zams kürzlich bei der Vollversammlung ihre Ablehnung der Idee einer Sommerfußgängerzone in Landecks Malserstraße aus. Der Anstoß dazu kam von der Landecker SPÖ-Fraktion in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Dazu gibt es von unserer Seite ein klares Nein“, sagten die LG-Mitglieder Peter Hergel, Christine Dellemann und Hansi Siehs. Ausnahmen könnten anlassbezogen gemacht werden.

Begründet hat die LG ihre Ablehnung u. a. mit dem geplanten Bau der Schlossgalerie südlich von Landeck. „Da müssen wir mit gröberen Verkehrs- und Stauproblemen rechnen.“ Im Zuge der Ampelregelung an der L76-Baustelle würden „genug Erschwernisse auf die Kunden zukommen“. Kaufleute-Obmann Mathias Weinseisen verweist auf das Kundenpotenzial aus dem Obergricht mit rund 17.000 Bewohnern „als große Chance für unsere Betriebe, die wir in die Stadt bringen wollen und nicht durch den Landecker Tunnel in Richtung Imst verlieren dürfen“.

Für eine Fußgängerzone sprach sich hingegen SPÖ-Mandatar Manfred Jenewein aus. „Man sollte auch den Touristen Lust auf eine Shoppingtour oder auf das Schlechtwetterprogramm in Verbindung mit einem Besuch von Schloss Landeck machen.“ Die mit sechs Wochen beschränkte Fußgängerzone wäre „eine sinnvolle Möglichkeit, Gäste in die Stadt zu locken“. Wenn die angekündigte Arbeitsgruppe aktiv wird, würde er sich beteiligen, so Weinseisen. Stadtchef Wolfgang Jörg hob hervor, „dass lokale Praktiker besser wissen, wie man die Herausforderungen angeht, als externe Experten. Man sollte sich alle Ideen anschauen.“

Eine aktuelle Chance zur Belebung der Stadt sieht der Kaufleute-Obmann im Boom der Radfahrer. „Tausende E-Biker und Radtouristen sind von Deutschland in Richtung Oberland und Reschenpass unterwegs. Die Route führt durch den Talkessel Landeck-Zams. Diesen Boom dürfen wir auf keinen Fall verschlafen“, mahnte Weinseisen.

Bei den Staus im Zuge der Bauarbeiten an der Schlossgalerie werde man gezielte Aktivitäten setzen. Zum Beispiel sollen Parkmünzen verteilt und Info-Transparente platziert werden. Auch die Idee eines monatlichen Flohmarktes kam zur Sprache, ein Koordinator soll gesucht werden. Stadtchef Jörg resümierte: „Alle Aktivitäten, vom Frischemarkt bis zu den Veranstaltungen der Leistungsgemeinschaft, sind ein Beitrag, damit wir ein attraktives Einkaufserlebnis in der Stadt bieten können.“ (za)