Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.04.2019


Bezirk Kufstein

20-Meter-Grube für Kraftwerk in Kirchbichl

Um- und Ausbau des Kraftwerkes der Tiwag in Kirchbichl schreitet voran.

Die Vorstandsdirektoren Thomas Gasser und Johann Herdina, LH Günther Platter, Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser und Thomas Bodner (v. l.) von der bauausführenden Firma Bodner auf der Baustelle.

© EberharterDie Vorstandsdirektoren Thomas Gasser und Johann Herdina, LH Günther Platter, Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser und Thomas Bodner (v. l.) von der bauausführenden Firma Bodner auf der Baustelle.



Kirchbichl – Die Arbeiten an der Erweiterung des Kraftwerks Kirchbichl laufen planmäßig. Mit Inbetriebnahme des Dotierkraftwerks konnte jetzt ein nächster Punkt umgesetzt werden. Die Tiwag muss 15 m³/s an Wasser über ein Wehr abgeben, das zugleich die Fischdurchgängigkeit in der Innschleife sicherstellt. Durch die Nutzung dieser Menge werden künftig bis zu sechs Gigawattstunden Strom erzeugt. Insgesamt werden nach Abschluss der Ausbauarbeiten in Kirchbichl 165 Gigawattstunden erzeugt. Um 25 Prozent mehr als bisher. „Mit der erweiterten Anlage können wir bis zu 40.000 Haushalte mit Strom versorgen“, wie Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser bei einer Besichtigung der Baustelle am Freitag erklärte.

Mit Hochdruck gebaut wird auch am zweiten Krafthaus. Nach Ausheben der bis zu 20 Meter tiefen Baugrube werden nun die Betonarbeiten dafür durchgeführt. Bis zum Sommer soll das Krafthaus im Rohbau stehen, anschließend folgen die Montagearbeiten inklusive Innenausbau. Die Inbetriebnahme des Krafthauses 2 ist für Oktober 2020 geplant. Bis dahin sind auch die Bauarbeiten am Entlastungsbauwerk abgeschlossen. „Der Triebwasserweg wird im Zuge der Werksabstellung von November 2019 bis April 2020 saniert und im Einlaufbereich sowie im Bereich des Krafthauses erweitert“, ergänzt Tiwag-Vorstandsdirektor Johann Herdina.

Unter den Baustellen-Besuchern war auch Landeshauptmann Günther Platter, der auf die Wichtigkeit der Wasserkraftwerke verwies: „Es gibt keine Alternative zum ökologischen Wasserkraftausbau. Wir sind am richtigen Weg für die Energieautonomie 2050. Gemeinsam mit dem neuen Laufkraftwerk GKI im Tiroler Oberland sowie dem geplanten Ausbau von Sellrain-Silz stellen wir mit unserem Landesenergieversorger Tiwag die Weichen in Richtung einer sicheren und nachhaltigen Stromversorgung Tirols“, hob LH Platter, zugleich Tiwag-Eigentümervertreter, hervor.

Das Energieunternehmen investiert 110 Mio. Euro in den Ausbau der Anlage. „Damit ist Kirchbichl das derzeit größte Bauprojekt im Tiroler Unterland mit einer enormen Wertschöpfung für die Region und die lokale Wirtschaft“, betonte der Landeshauptmann bei seinem Besuch. (be, TT)