Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.04.2019


Bezirk Kitzbühel

Fördermittel immer schwerer anzuzapfen

Der Leader-Verein Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen zog bei seiner Vollversammlung Bilanz, dabei gab es auch kritische Stimmen.

Die Mitglieder aus 26 Gemeinden des Bezirks Kitzbühel und Kufstein des Leader-Vereins Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen trafen sich zur Vollversammlung in Hopfgarten.

© Harald AngererDie Mitglieder aus 26 Gemeinden des Bezirks Kitzbühel und Kufstein des Leader-Vereins Regionalmanagement Kitzbüheler Alpen trafen sich zur Vollversammlung in Hopfgarten.



Von Harald Angerer

Hopfgarten i. Br. – Regionales Denken und Handeln wird immer wichtiger, ein bedeutender Motor für viele regionale Projekte sind die verschiedenen Leader-Vereine. Bei Leader handelt es sich um eine Förderinitiative der EU für den landwirtschaftlichen Raum. Einer dieser Vereine ist das Regionalmanagement (RM) Kitzbüheler Alpen mit 26 Gemeinden aus den Bezirken Kitzbühel und Kufstein. Der Verein erstreckt sich vom Brixental über die Wildschönau bis ins mittlere Unterinntal. Am Donnerstagabend fand die Jahreshauptversammlung des Vereins statt.

Dabei wurde nicht nur finanziell Bilanz gezogen. „Wir haben zum 10-Jahr-Jubiläum im Vorjahr die Projekte vorgestellt, heuer haben wir einige Projektbetreiber gefragt, wie es ihnen mit ihren Vorhaben geht und auch, wie sie zurechtkommen“, schildert Geschäftsführerin Barbara Loferer-Lainer. Unter anderem wurde das Leuchtturmprojekt der Region, „KochArt 2.0“, näher betrachtet. Diese ursprünglich Brixentaler Wirtevereinigung hat sich den regionalen Lebensmitteln verschrieben und ist in der Version 2.0 auch dazu übergegangen, mehr an die Öffentlichkeit zu gehen, um auch ein Umdenken bei den Menschen herbeizuführen. „Es wird auch eine KochArt 3.0 geben“, versichert Obmann Michael Grafl.

Ebenso vor den Vorhang geholt wurde das Vorhaben „Moosbach“ in Mariastein. Hier kamen die Bürgermeister Walter Osl (Angerberg) und Dieter Martinz (Maria­stein) zu Wort und es gab auch Kritik. „Das Formularwesen ist ein Wahnsinn, für kleine Projektbetreiber ist das nicht mehr umsetzbar“, betont Martinz. Nichtsdestotrotz seien aber solche Vorhaben, wie die Renaturierung des Moosbachs, für kleine Gemeinden alleine finanziell nicht zu schaffen.

Dieselbe Kritik kommt auch vom Netzwerk Handwerk. „Die Umsetzung von Leader-Projekten ist sehr schwierig und ein extremer Zeitaufwand. Ohne Regionalmanagement wäre das nicht umsetzbar“, schildert Netzwerk-Handwerk-Projektleiterin Andrea Achrainer. Von einem Wahnsinn spricht RM-GF Loferer-Lainer, wenn es um das neue Formularwesen geht. „So wird Leader zu Grabe getragen“, mahnt die Geschäftsführerin, denn für sie ist klar: „Ein Projektträger kann die Formulare nicht ohne Hilfe ausfüllen.“

In der Region wurden in der aktuellen Förderperiode (2014–2020) bisher ingesamt 44 Projekte mit einem Gesamtvolumen von fast fünf Millionen Euro umgesetzt. „Es können noch weitere eingereicht werden“, betont Obmann Rudi Puecher. Die Vorhaben müssen aber bis 2022 abgeschlossen werden können, um eine Förderung zu erhalten.