Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.04.2019


Bezirk Landeck

Skischaukel Tirol-Südtirol weiterhin im Ungewissen

Die angestrebte Liftehe Kaunertal-Langtaufers bleibt in der Warteschleife. Die Initiatoren hoffen auf ein Gipfeltreffen von LH Platter und LH Kompatscher.

Kaunertal, Bergstation Karlesjochbahn, 3100 m: Skifahrer genießen die Aussicht in Richtung Langtauferertal. Doch die seit Jahren geplante Nord-Südtiroler Liftverbindung bleibt weiter ein frommer Wunsch.

© WenzelKaunertal, Bergstation Karlesjochbahn, 3100 m: Skifahrer genießen die Aussicht in Richtung Langtauferertal. Doch die seit Jahren geplante Nord-Südtiroler Liftverbindung bleibt weiter ein frommer Wunsch.



Von Helmut Wenzel

Kaunertal, Langtaufers – Nein sagte die Südtiroler Landesregierung im Dezember 2017 zur ­Skischaukel Kaunertal-Langtaufers. Die Enttäuschung der Gletscherbahn AG, Betreiber der ersten Nord-Südtiroler Liftverbindung mit einem Investitionsvolumen von 25 Mio. Euro, war riesengroß. Doch die Initiatoren warfen die Flinte keinesfalls ins Korn und beantragten im Februar 2018 eine Aufhebung des Beschlusses. Seither hieß es abwarten, auch weil es in Südtirol Landtagswahlen gab.

Zuletzt ist das Projekt Skischaukel in einen Wirbelwind geraten, wie Medien in Südtirol berichteten. Demnach hat der Bürgermeister von Graun, Heinrich Noggler, zunächst ein Befürworter der Liftehe, seine Meinung geändert. Wenn den Liftbetreibern im Obervinschgau eine Konkurrenz entstehe, könne die Gemeinde Graun das Projekt Kaunertal-Langtaufers nicht befürworten. Die bisherige Handhabung des Projekts durch den Bürgermeister sei moralisch verwerflich, heißt es in der jüngsten Ausgabe der Bezirkszeitung Der ­Vinschger.

„Das bringt uns in eine schwierige Situation“, räumt der Langtauferer Touristiker Sepp Thöni ein, der den Meinungsschwenk des Bürgermeisters bestätigt. Der langjährige Kämpfer für die Liftverbindung hofft, „dass jetzt die anderen Mandatare im Grauner Gemeinderat nicht auch noch umfallen“. „Tatsache ist, dass jetzt einiges in der Luft hängt“, räumt Thöni im TT-Gespräch am Freitag ein. „Mit der Skischaukel könnten wir unseren Gästen mehr Schneesicherheit und eine verlängerte Wintersaison bis Anfang Juni bieten“, zeigt der Touristiker auf. „Für die Liftbetreiber im Obervinschgau hingegen ist die Saison schon gelaufen, sie sperren dieser Tage zu.“

Um den gordischen Knoten zu lösen, streben Thöni und Langtauferer Touristiker ein „Gipfeltreffen“ von LH Günther Platter und seinem Südtiroler Kollegen Arno Kompatscher an. Man hofft, beide zur Staatsgrenze am Karlesjoch (3100 m) bewegen zu können. Der Termin wird noch in dieser Saison angestrebt. Auf der Aussichtsplattform würden sich die Politiker „das bestmögliche Bild“ machen können. Sie würden sehen, „dass das Projekt sinnvoll und für die touristische Zukunftssicherung in Langtaufers unverzichtbar ist“.

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Unabhängig davon bestätigte Giorgio Gottardi vom Amt für Landesplanung in Bozen, dass derzeit eine Kommission mit der Bewertung von „sozioökonomischen Aspekten“ des Projekts beschäftigt sei.