Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.04.2019


Standort Tirol

„Ein Handschlag soll auch passen“

Jung, dynamisch und den Kopf voller innovativer Ideen – Maximilian Schultz übernimmt Schritt für Schritt das Zillertaler Familienunternehmen. Der Druck ist groß, aber der unternehmerische Wille auch.

Maximilian Schultz ist fürs Familienunternehmen viel unterwegs.

© FankhauserMaximilian Schultz ist fürs Familienunternehmen viel unterwegs.



Von Eva-Maria Fankhauser

Uderns – Er blickt kurz zur Seite und überlegt. Unbedachte Antworten kommen ihm nur selten über die Lippen. Er gibt sich selbstbewusst. Auch ein bisserl cool und lässig. Er ist ja noch jung. Doch mit 25 Jahren steht Maximilian Schultz schon an einem Punkt in seinem Leben, von dem andere in seinem Alter nur träumen können. Er tritt in den nächsten Jahren in große Fußstapfen und soll – wahrscheinlich mit seiner Schwester Magdalena – ein Millionen-Unternehmen übernehmen – die Schultz-Gruppe, den größten privaten Liftbetreiber Österreichs.

Maximilian mit Vater Heinz Schultz.
Maximilian mit Vater Heinz Schultz.
- Schultz

Schritt für Schritt ist er in diese Rolle hineingewachsen. „Ich habe schon sehr früh im Unternehmen mitgearbeitet, weil ich das wollte“, sagt Schultz. Gedrängt sei er nie worden. Es gab aber auch keine Alternative für ihn. „Ich habe mir nie über einen anderen Job Gedanken gemacht“, sagt er. Er wirkt gelassen. Neben der Arbeit im Familienunternehmen gilt es auch noch das Studium zu beenden. Er macht seinen Master in „Banking and Finance“. „Wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, wenn das Studium vorbei ist“, sagt er verlegen. Etwa eineinhalb Jahre hat er noch.

Im Familienunternehmen ist er für Controlling und Strategie zuständig – wie sein Vater Heinz Schultz. Das Kaufmännische liege ihm. Er ist hauptverantwortlich für den Golfclub Zillertal in seinem Heimatort Uderns. „Da kann ich das Berufliche mit der Freizeit verbinden. Ich golfe gerne“, sagt er. Weiters ist er in viele Agenden der Schultz-Gruppe eingebunden. Er spricht nur lobend von der Firmenstruktur. Alles sei schlank aufgestellt mit kurzen Befehlsstrukturen und guter Schlagkraft. Und die Nachteile? Da würde ihm nicht so schnell etwas einfallen. „Es gibt viele gewachsene Strukturen, das kann Vor- und Nachteile haben“, sagt Schultz. Wer hat die Hosen an? Da muss er schmunzeln. „Wir haben ein gutes Familienverhältnis“, antwortet er. Er räumt aber ein, dass auch einmal diskutiert wird. „Das passiert großteils bei Familienfeiern, da diskutieren dann alle mit. Aber auf einer guten Ebene“, sagt der 25-Jährige.

Vor allem zu Papa Heinz hat er ein gutes Verhältnis. „Er gibt mir genügend Freiraum, bindet mich aber auch in die Entscheidungen des Unternehmens ein“, sagt Schultz. Es gebe immer Fixtermine. Nicht im Büro, sondern auf der Piste. Denn beim Skifahren erkunden die beiden nicht nur die Konkurrenz, sondern „so haben wir auch Zeit für persönliche Gespräche“. Eines hat er von seinem Vater gelernt: „Wenn man einen Handschlag gibt, soll es auch passen.“

Auch auf Baustellen ist Maximilian Schultz unterwegs.
Auch auf Baustellen ist Maximilian Schultz unterwegs.
- Schultz

Ein wichtiges Thema ist für ihn die Junge Wirtschaft Schwaz, der er seit Kurzem vorsteht. Und da geht er die Themen Digitalisierung, Fachkräftemangel und Übernahme an. Genau seines. Denn auch bei ihm stehe in den kommenden Jahren die Übergabe an. „Das Wichtigste ist, dass man selbst Verantwortung übernehmen kann und auch darf.“

Ansonsten soll dieses Jahr ruhiger für die Schultz-Gruppe ablaufen. Einen großen Schritt wage man in Sillian-Sexten mit der Skischaukel. „Da sind wir gerade im UVP-Verfahren“, sagt Schultz. In Kals kommt bald ein neuer Sessellift. Bei den restlichen Projekten in Osttirol solle heuer noch nichts gebaut werden. Im Zillertal gilt es noch, alle nötigen Gutachten für die Verbindung zwischen Hochzillertal und Spieljoch zu erhalten. Der Bike-Trail liegt auf Eis. Da brauche es noch eine Lösung mit Grundeigentümern. „Wir wollen das Angefangene jetzt einmal sauber fertig machen und dann schauen wir weiter.“