Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 06.05.2019


Bezirk Reutte

Parkplätze bei Ehrwalder Seilbahnen sollten etwas kosten

Die Seilbahnen im Ehrwalder Talkessel überlegen eine Parkraumbewirtschaftung.

Die Gemeinde Ehrwald hat Interesse daran, sich an den Plänen einer gemeinsamen Parkraumbewirtschaftung zu beteiligen.

© PaschingerDie Gemeinde Ehrwald hat Interesse daran, sich an den Plänen einer gemeinsamen Parkraumbewirtschaftung zu beteiligen.



Ehrwald, Lermoos, Biberwier – „Ja, es gibt diese gemeinsame Idee“, bestätigt der Lermooser Hotelier und Ehrwalder Seilbahner Franz Dengg. Die Vertreter der Seilbahnunternehmen sind sich einig darüber, dass mittelfristig an den Parkplätzen der Lifte eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden sollte. Auch in den Gemeindestuben von Ehrwald, Lermoos und Biberwier wird die Idee diskutiert. Und während Ehrwald sich gerne beteiligen möchte, wird in Biberwier abgewinkt. Noch ist das Projekt allerdings in weiterer Ferne: „Diesen Winter sicher noch nicht“, verweisen sowohl Dengg als auch der Ehrwalder Bürgermeister Martin Hohenegg auf den laufenden Meinungsbildungsprozess.

Von Seiten der Seilbahnunternehmen beschreibt Dengg die Argumentation so: „Es gibt Kosten der Parkplatzerhaltung.“ Dazu zählen die Schneeräumung im Winter, das Säubern der Flächen oder das Mähen der Böschungen. Das alles koste Geld. Und dann gebe es beispielsweise bei der Ehrwalder Almbahn einen Wasserfall-Rundweg. Auf den rund 1000 Almbahn-Stellplätzen würden daher im Sommer viele Wanderer und Spaziergänger sowie im Winter zahlreiche Tourengeher auf den Parkplätzen stehen, obwohl sie die Bahn gar nicht nutzen. „Natürlich könnte man die Räumung den Liftbenutzern mit zwei Euro berechnen – aber dann kassieren wir wieder nur bei unseren Kunden.“

Die nun angedachte Lösung ist eine Parkplatzbewirtschaftung mit Tages- und Wochenkarten für Touristen sowie Saison- und Jahreskarten „zu moderaten Preisen“ für Einheimische, so Dengg. Und: Die gelösten Tickets sollten im gesamten Talkessel Gültigkeit haben.

In Biberwier hat sich der Gemeinderat bereits damit beschäftigt. „Die Parkplätze der Seilbahnen sind Privatgrund, wir werden auf Gemeindegrund nichts verlangen“, sagt Biberwiers Bürgermeister Paul Mascher. Dieser Meinung ist auch Substanzverwalter GR Josl Schönherr.

In Ehrwald hingegen kann BM Martin Hohenegg der Idee viel abgewinnen: Schon lange herrscht etwa am Kirchplatz eine Kurzparkzone – fast ebenso lange sucht man nach einer Person, die das auch überwacht. „Wir könnten uns mit den Kurzparkplätzen vor dem Gemeindeamt und den Parkflächen beim Familienbad dazuhängen.“ (pascal)