Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 07.05.2019


Bezirk Reutte

Deutsche Bahn will Oberleitung ins Allgäu verlängern

ÖBB mit Planungen für den Weiterbau der Oberleitungen bis Pfronten beauftragt. Bayerns Verkehrsministerium zahlt 55.000 €.

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© TscholSymbolfoto.



Von Simone Tschol

Außerfern, Bayern – Die ÖBB haben bereits Mitte März mit dem Ausbau der Oberleitungen zwischen Reutte und der deutschen Staatsgrenze bei Pfronten-Steinach begonnen. Noch heuer soll die knapp 15 Kilometer lange Strecke komplett elektrifiziert werden (die TT berichtete).

Um Synergieeffekte zu erzielen, hat die DB Netz AG, die Eigentümerin der anschließenden Strecke in Bayern ist, nun die ÖBB auch mit dem Weiterbau der Oberleitung auf dem 1,4 Kilometer langen Streckenabschnitt bis Pfronten-Steinach beauftragt. Dies teilt Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart jetzt in einer Aussendung mit. „Wir fördern die Planung durch die ÖBB mit 55.000 Euro. Unser freiwilliges Engagement zeigt, wie wichtig uns die Elektrifizierung ist. Mit der Abschaffung alter Dieselloks fördern wir nicht nur den Umweltschutz. Es rücken damit auch die ersten Schienen-Oberleitungen im östlichen Allgäu in greifbare Nähe“, so Reichhart.

Die Infrastruktursparte der ÖBB erstellt nun die Planungen bis hin zum Baurecht. Ergebnisse sollen 2020 vorliegen.

Im Zusammenhang mit dem Oberleitungsprojekt im Ostallgäu stehen auch notwendige Arbeiten der DB Netz an den Oberleitungen und der Bau eines erforderlichen Schaltpostens im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen am Programm. „Wir wollen gemeinsam mit dem Land Tirol nach Fertigstellung der Infrastrukturmaßnahme das Angebot für die Fahrgäste zwischen Reutte und Pfronten-Steinach auf einen Stunden-Takt ausweiten“, so Reichhart weiter. Bisher verkehrt dort alle zwei Stunden ein Nahverkehrszug in jede Richtung, während auf den anderen Strecken der Außerfernbahn sowohl zwischen Garmisch und Reutte als auch zwischen Pfronten und Kempten bereits heute ein stündliches Angebot existiert. Zukünftig soll es eine umsteigefreie Verbindung von München über Garmisch und Reutte nach Pfronten geben. Erst dort wird man dann auf die Dieseltriebwagen der Linie Pfronten – Kempten umsteigen müssen.