Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 13.05.2019


Bezirk Schwaz

Zillertaler Seilbahner investieren 70 Mio. Euro

Das große Aufrüsten ist vorerst vorbei, weil in den Zillertaler Skigebieten fast alles auf dem neusten Stand ist. Eine neue Seilbahn kommt in Gerlos.

Neben den Bergstationen der zweiten Dorfbahn-Sektion und des Ebenfeld-Express (l.) wird die Stuanmandlbahn ihre Talstation haben (r.).

© Melzer&HopfnerNeben den Bergstationen der zweiten Dorfbahn-Sektion und des Ebenfeld-Express (l.) wird die Stuanmandlbahn ihre Talstation haben (r.).



Von Angela Dähling

Zillertal – Nicht ganz 70 Mio. Euro wollen die Seilbahngesellschaften im Zillertal diesen Sommer in ihren Skigebieten investieren. Eine große Summe, die jedoch im Vergleich zum Vorjahr bescheiden wirkt. Denn 2018 wurden fast 120 Mio. Euro investiert. „Es ist so ziemlich alles auf dem neusten Stand bei uns“, erklärt Josef Reiter als Sprecher der Interessengemeinschaft (IG) Zillertaler Seilbahnen. Auch bei der Mayrhofner Bergbahn sei es nach dem Bau der rund 18 Mio. teuren Möslbahn und insgesamt 30 Mio. Euro an Investitionen 2018 Zeit für eine Konsolidierungsphase, erklärt Reiter als deren Vorstand. Die Mayrhofner investieren heuer „nur“ 8,5 Mio. Euro am Penken und Ahorn, wo u. a. ein Skiweg im Bereich Ebenwald ausgebaut wird.

Der größte Brocken der talweiten Investitionen entfällt mit 21,2 Mio. Euro auf Pistengeräte, Betriebsausstattungen etc. In die Modernisierung der Schneeerzeugung fließen 13,5 Mio. Euro. Um 5,3 Mio. Euro werden Pisten gebaut bzw. ausgebaut und knapp 17 Mio. Euro entfallen auf den Seilbahnbau.

Größtes Projekt ist dabei mit acht Mio. Euro der Bau der dritten Sektion der Dorfbahn im Gerloser Skigebiet, das zur Zillertal Arena zählt. „Vorarbeiten im Umfang von 3,8 Mio. Euro gab es bereits im Vorjahr“, informiert Geschäftsführer David Kammerlander vom Skiliftzentrum Gerlos. Eine Einseilumlaufbahn mit kuppelbaren Zehner-Gondeln werde unter dem Namen „Stuanmandlbahn“ den alten Vierer-Sessellift (Baujahr 1998) ersetzen, der Richtung Wilde Krimml führt. Fundamentsteile der Bergstation sahen die Skifahrer schon in der abgelaufenen Skisaison am Isskogel. Weitere sechs Mio. Euro werden in den Bau eines neuen Restaurants mit rund 600 Sitzplätzen sowie einer Aussichtsplattform in der Bergstation der Fussalmbahn investiert, teilt Kammerlander mit.

Die geplanten 800.000 Euro, die am Isskogel-Speicherteich in die Attraktivierung des Sommerangebotes hätten investiert werden sollen, bleiben in der Kassa. „Wegen des lang anhaltenden Winterwetters konnten wir mit den Bauarbeiten dort nicht rechtzeitig starten, daher verschieben wir das Ganze auf 2020“, sagt Kammerlander. Somit investiert das Gerloser Skiliftzentrum insgesamt 17 Mio. Euro und liegt damit an der Spitze der Zillertaler Liftbetriebe, dicht gefolgt von den Bergbahnen Wildkogel mit 15 Mio. Euro.

Was das Stauproblem im Zillertal anbelangt, gibt es für den kommenden Winter noch immer keine Entwarnung. „Es muss was passieren. Wir sind mit dem VVT in Verhandlung“, sagt Josef Reiter. Ein Gratis-Öffiticket für Gäste wird es wohl doch nicht geben. Reiter: „Wenn die Qualität passt, wird der Gast auch bereit sein zu zahlen.“ Es gehe nicht nur um Gäste, sondern auch um die vielen einheimischen Pendler. „Ohne eine neue, kapazitätsstärkere Zillertalbahn wird es nicht gehen“, meint Reiter.