Letztes Update am Do, 16.05.2019 06:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Novartis-Ausbau in Tirol, 30 Jobs nach Indien

Ein Medienbericht, wonach Sandoz die Antibiotika-Herstellung in Kundl einstellen will, sorgte am Mittwoch für Aufregung. Novartis-Österreich-Geschäftsführer Michael Koche­r dementiert.

An den Novartis-Standorten Kundl (Bild) und Schaftenau sind zurzeit mehr als 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

© NovartisAn den Novartis-Standorten Kundl (Bild) und Schaftenau sind zurzeit mehr als 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.



Kundl – Für kurze, aber umso heftigere Aufregung sorgte am Mittwoch ein – kurzzeitig erschienener und dann wieder in dieser Form gelöschter – Online-Medienbericht, wonach Sandoz mit Anfang 2020 die Antibiotika-Herstellung der Tochter Sandoz in Kundl einstellen wolle.

Novartis-Österreich-Geschäftsführer Michael Koche­r wies dies gegenüber der TT entschieden zurück. Man halte an der Antibiotika-Produktion weiterhin fest, eine Einstellung sei derzeit sicher kein Thema. Man evaluiere in regelmäßigen Abständen das globale Marktumfeld. Wegen der Billigkonkurrenz aus Asien seien die Marktbedingungen für Antibiotika sehr schwierig.

Gegen Ende des ersten Quartals 2020 soll laut Kocher in Kundl das so genannte Maintenance Regulatory Center (MRC) aufgelassen werden. Dieses kümmere sich um die Zulassung bzw. die Pflege der Dokumentation von Arzneimitteln. Diese Abteilung werde wie auch andere Stellen aus anderen Standorten nach Hyderabad in Indien verlegt.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter kündigt Sandoz „eine neue, schlankere Organisationsstruktur“ an. „Zu diesem Zweck ist es notwendig, etwa 10 Prozent der derzeitigen Stellen in der Region Europa abzubauen“, heißt es. In Österreich betreffe der Organisations-Umbau „alle kommerziellen Marketing- und Vertriebsstrukturen, die großteils in Wien angesiedelt sind, und das Maintenance Regulatory Center (MRC) am Standort Kundl/Schaftenau“.

Wie berichtet, leiten seit 1. März der gebürtige Deutsche Kocher und der Tiroler Mario Riesner die Tiroler Novartis-Standorte Kundl/Schaftenau. In Tirol hat Novartis mehr als 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das neue Führungsduo hat angekündigt: „Wir wollen jedenfalls die Erfolgsgeschichte fortschreiben.“ Novartis werde ungeachtet des Sandoz-Umbaus in Tirol jedenfalls um- und ausbaue­n („auch in Kundl“), nachdem man hier seit 2010 insgesamt bereits 900 Mio. Euro investiert habe. Heuer und dann 2020 würden jeweils 200 Mio. Euro in Tirol investiert. Der biopharmazeutische Bereich solle deutlich ausgebaut werden. Es würden auch verstärkt globale Aufgaben nach Tirol hinverlagert, der Personalstand solle insgesamt weiter ansteigen. (va)