Letztes Update am Fr, 17.05.2019 06:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Stihl Tirol mit Umsatzrekord, Lust auf mehr

Gartengerätehersteller Stihl Tirol schraubte den Umsatz auf 385,7 Mio. Euro hinauf und will heuer um 5 % zulegen. Der Ausbau in Langkampfen brachte 150 neue Jobs, viele sind noch frei. Nordamerika soll Produktion ankurbeln.

Am vergangenen Freitag wurde die neue Halle in Langkampfen offiziell eröffnet.

© StihlAm vergangenen Freitag wurde die neue Halle in Langkampfen offiziell eröffnet.



Von Max Strozzi

Langkampfen – Unter der Marke Viking waren die in grün gehaltenen Gartengeräte aus dem Werk in Langkampfen seit jeher ein Renner. Im vergangenen Jahr stellte die Muttergesellschaft Stihl – Viking war seit 1992 Teil der Stihl-Gruppe – die Produktion in Langkamp­fen auf Konzernlinie um – aus Viking wurde Stihl, aus dem Viking-Grün das Stihl-Orange. „Der Markenwechsel war eine Herkulesarbeit, die sich aber für Langkampfen ausgezahlt hat“, erklärte gestern Stihl-Tirol-Chef Clemens Schaller bei der Präsentation der Jahresergebnisse in Langkamp­fen. „Durch die Marke Stihl erhalten wir Zugang zu neuen Märkten wie etwa Nordamerika, wo Viking unbekannt war, Stihl dagegen etabliert ist“, erklärte Schaller. Die Türen, die sich dadurch öffnen, sollen die Produktion im Werk in Langkampfen weiter ankurbeln.

Vorgebaut hat man dafür bereits im Vorjahr. Der Standort im Unterland wurde – wie berichtet – um 22,8 Millionen Euro ausgebaut und im vergangenen Februar eingeweiht. Entstanden sind auf 20.000 Quadratmetern unter anderem ein vollautomatisiertes Kleinteilelager mit 17 Robotern, ein Elektrolabor für Mähroboter oder ein begrüntes Dach, das als Testfläche für die Mähroboter dient. Seit der Verlagerung des Standortes von Kufstein nach Langkampfen im Jahr 2001 war das der bereits dritte Ausbau des Werks.

„Mit dem Erweiterungsbau stärken wir die Entwicklung und Produktion in Langkamp­fen. Die Stihl-Gruppe setzt auf uns als Kompetenzzentrum und Fertigungsstandort für bodengeführte Gartengeräte“, betont Schaller. Mit dem Zubau kommen 150 neue Jobs hinzu, derzeit seien aber noch 40 Stellen ausgeschrieben – der Fachkräftemangel lässt grüßen. „Die Suche nach Spezialisten kann schon ein halbes Jahr dauern“, meint Schaller. Viele Mitarbeiter würde man selbst ausbilden.

Stihl profitiere vom Trend zu akkubetriebenen Geräten, die zunehmend Benzin-Geräte ersetzen und auch für neue Kunden interessant seien, erklärt Schaller. Im Vorjahr erzielte der Langkampfener Standort Stihl-Tirol mit 558 Mitarbeitern (+10 %) einen Umsatzrekord von 385,7 Mio. Euro (2017: 381 Mio. Euro) und trug damit rund ein Zehntel zum Konzernumsatz von 3,78 Mrd. Euro bei, der trotz höherer Verkäufe leicht um 0,3 % sank.

Heuer werde sich der Wachstums- und Investitionskurs bei Stihl-Tirol fortsetzen, meint Schaller. Angepeilt wird ein Umsatzplus von 5 Prozent oder mehr. Und auch ein weiterer Ausbau in Langkamp­fen in einigen Jahren ist nicht ausgeschlossen, zumal in den nächsten fünf Jahren angesichts des Wachstumskurses in der Stihl-Gruppe Engpässe entstehen könnten. Ob die Stihl-Gruppe einen möglichen Ausbau dann erneut in Langkampfen vollzieht, sei offen.