Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.05.2019


Bezirk Landeck

HAK-Maturanten sehen zukunftsfähigen Tourismus in Fiss

Ein Schülerteam hat sich über Monate mit dem Wintertourismus in Fiss befasst und kommt zu überraschenden Prognosen für das Jahr 2050.

null

© Wenzel



Von Helmut Wenzel

Fiss – „Wie funktioniert der Wintertourismus 2050 in Tirol?“ – Diese Frage beschäftigt nicht nur Tourismusforscher.

Drei Maturanten der Handelsakademie Landeck haben das Zukunftsszenario am Fallbeispiel Fiss untersucht, eine Diplomarbeit geschrieben und diese zu einer Präsentation an der Schule aufbereitet. „Fiss wird 2050 ein Dorf mit Premium-Ganzjahrestourismus sein.“ Das ist die finale Schlussfolgerung von Tobias Köhle, Diara Kiziler und Can Sertkaya in ihrer Studie.

Das Team hatte über Monate recherchiert, die Bergbahnen stellten Datenmaterial zur Verfügung. „Zudem haben wir Gäste und Seilbahn-Mitarbeiter sowie Meteorologen befragt“, schilderten die Maturanten im Hintergrundgespräch mit der TT.

null
- Wenzel

Um weiterhin eine Erfolgsgeschichte schreiben zu können, müssten die Seilbahner „noch viele Herausforderungen bewältigen“. Etwa beim Thema Digitalisierung. „Die Urlauber wollen Innovation, zum Beispiel WLAN in den Gondeln. Auch Anzeigetafeln oder eine App mit Infos über Wartezeiten bei den Liften wären gefragt.“ Und der Skipass soll künftig am Handy reserviert und auch gleich bezahlt werden können.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Die Zahl der Arbeitsplätze werde im Zuge der Digitalisierung „etwas schrumpfen“, sind die Maturanten überzeugt. Andererseits sei ein Seilbahnbetrieb ohne Mitarbeiter völlig undenkbar, „weil der Gast bestimmte persönliche Dienstleistungen erwartet“. Mit regionalen Angeboten auf der Speisekarte hätten die Restaurants im Skigebiet bereits auf das richtige Pferd gesetzt. „Echte regionale Spezialitäten wie Gerstelsuppe oder Kaiserschmarren werden von den Gästen geschätzt.“

Prognosen zu den Auswirkungen des Klimawandels im Skigebiet seien schwierig, räumt das Team ein. „Ein Meteorologe hat uns erklärt, Voraussagen über Niederschlagsmengen im Jahr 2050 seien unseriös.“ Vermutlich werde man Pisten dann verstärkt mit Hilfe von Schneedepots präparieren, die neben Beschneiungsanlagen eine wichtige Rolle spielen.

Ein Blick in die Vergangenheit zeige, „dass die Seilbahner mutige Investitionen getätigt haben“. Daher sei davon auszugehen, „dass Fiss die touristische Infrastruktur weiterentwickelt“. Das Netzwerk von Bergbahnen und Hotelbetrieben „ist in unseren Augen zukunftsfähig“.

Die drei Schüler habe man gerne unterstützt und Unterlagen zur Verfügung gestellt, sagte Geschäftsführer Benni Pregenzer. „Es freut uns, wenn sich junge Leute mit Zukunftsfragen und Weiterentwicklung der Tourismusregion auseinandersetzen.“