Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 22.05.2019


Innsbruck-Land

Events sollen Playcastle in Seefeld aus Dornröschenschlaf wecken

Das Playcastle in Seefeld wagt nun unter der Bezeichnung “Magic Castle“ einen Neustart als Veranstaltungszentrum. Von Auftritten internationaler DJs bis hin zu Hochzeiten oder anderen Feiern soll alles möglich sein.

Nach zahlreichen Fehlversuchen plant das ehemalige Playcastle nun als „Magic Castle“ seine Wiederauferstehung als Event-Zentrum.

© Magic Castle SeefeldNach zahlreichen Fehlversuchen plant das ehemalige Playcastle nun als „Magic Castle“ seine Wiederauferstehung als Event-Zentrum.



Seefeld – Ein kleiner Einbruchsdiebstahl im vergangenen Jahr war das Aufregendste, was das Playcastle in Seefeld seit Langem erlebt hat. Vor zehn Jahren kaufte der Tiroler Investor Harald Stauder der Hypo Tirol Bank für eine Million Euro das ruinöse Spieleschloss ab und erwarb später rundherum weitere Flächen von der Gemeinde Seefeld. Revitalisierungsversuche schlugen fehl: Der Verkauf an die Gemeinde Seefeld für ein Biomassekraftwerk platzte, im Jahr 2008 wurde eine Gokart-Bahn behördlich eingestellt, 2014 eine Erotik-Party mangels Betriebsanlagengenehmigung kurzfristig abgesagt. Gleiches wiederfuhr 2015 dem Außerferner Bertl Fuchs, der als Österreich-Direktor der „International Protection Academy“ aus Südafrika im Playcastle einen nicht angemeldeten Bodyguard- und Schießkurs veranstalten wollte.

Nun startet das in „Magic Castle Seefeld“ umgetaufte Schloss einen neuen Anlauf als Event-Location, wie der Tiroler Harald Gander alias DJ Amato gestern in einer Aussendung mitteilte. Geplant seien eigene Events sowie externe Veranstaltungen. Zunächst sollen vom 19. Juni bis zum 7. September jeden Samstag internationale DJs aus Europa Teile des Märchenschlosses – den Rittersaal sowie den Burghof – in eine Disco bzw. einen „Pop-up-Club“ verwandeln. Die Genehmigungen dafür habe man bereits, erklärt Gander gegenüber der TT. Im Herbst sollen ein Oktoberfest, eine Veranstaltung für Singles und eine Halloween-Feier steigen. Ab Herbst 2019 sollen auch die mittlere Ebene sowie die große Eventhalle für Events zur Verfügung stehen.

„Neben den Eigen-Events wollen wir auch viele andere Veranstaltungen ermöglichen – Hochzeiten, Konzerte, Meetings, Bälle, Clubbings, Firmen- oder Geburtstagsevents“, schildert Gander. Betrieben werde das Schloss weiterhin von der Stauder Beteiligungs GmbH des Eigentümers Harald Stauder. Er selbst, sagt Gander, sei angestellt worden, um mit einem Team aus Technikern, Instandhaltung und Eventmanagement dem Schloss neues Leben einzuhauchen. Wie viel Geld in das Gebäude investiert wurde bzw. noch wird, will Gander nicht sagen. Es sei aber „ein großer Betrag“. Das Gebäude sei schließlich sehr lange brachgelegen. Bis hin zu den Notausgängen habe man vieles erneuern müssen.

Das Seefelder Playcastle blickt auf eine wenig ruhmreiche Geschichte zurück. Der Spatenstich erfolgte 1998, rund 14,5 Mio. Euro pumpten Hotelier Hannes Seyrling und Hypo Bank in den Erlebnistempel. Nur 17 Monate nach der Eröffnung ging das Projekt im Jahr 2000 in Konkurs. Danach diente das Schloss unter anderem als Filmkulisse. (mas)