Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 23.05.2019


Standort Tirol

Unterberger expandiert und fährt Rekordumsatz ein

Die Unterberger-Gruppe legte auf über 318 Mio. Euro Umsatz zu und kündigt eine Reihe von Investitionen und neuen Projekten an.

Familiensache: die vier Brüder Dieter (von links), Gerald, Fritz jun. und Florian Unterberger.

© VahrnerFamiliensache: die vier Brüder Dieter (von links), Gerald, Fritz jun. und Florian Unterberger.



Innsbruck, Kufstein – Fritz und Helga Unterberger haben das Unternehmen 1976 in Kufstein gegründet, im Vorjahr kam die sukzessiv gewachsene und in den Bereichen Automobile, Immobilien und Beteiligungen tätige Gruppe auf einen neuen Rekordumsatz von 318,5 Mio. Euro, davon allein in der Automobil-Sparte auf 285 Mio. Euro. Das teilten die mittlerweile allesamt in Führungspositionen tätigen Söhne Dieter, Gerald, Fritz jun. und Florian Unterberger bei einem Pressegespräch in Innsbruck mit.

Die weiterhin zu 100 Prozent in Familienbesitz stehende Gruppe habe bereits 673 Beschäftigte, davon 120 Lehrlinge und Auszubildende allein in verschiedenen Auto-Bereichen. Unterberger verfügt mittlerweile über 16 Auto-Standorte in Tirol, Vorarlberg, Bayern, im Allgäu und seit Kurzem, mit dem Einstieg beim Autohaus Kaufmann in Kaprun, auch in Salzburg.

Seit der Gründung seien 68 Mio. Euro in die Erweiterung und Modernisierung der Autohäuser investiert worden. Unterberger ist einer der größten BMW- und Mini-Händler Österreichs und mit vier Mehrmarken-Autohäusern in Kufstein, Innsbruck, Strass im Zillertal und Telfs Vertragshändler für Hyundai, Mitsubishi, Jaguar, Land Rover und Volvo. Im Vorjahr wurden insgesamt rund 8200 Neu- und Gebrauchtwagen verkauft.

Die Verunsicherung der Konsumenten nach dem Dieselskandal habe zu einer Verschiebung in Richtung Benziner geführt, so Dieter Unterberger. Ein immer größeres Thema würden E-Autos („wir hatten 2009 mit dem Think das erste E-Auto und haben heute vier Hersteller mit Elektro-Autos“), Hybride und andere alternative Antriebe. Es werde auch langfristig keine 100 Prozent E-Autos geben, sondern einen bunten Mix. Bei neuen Diesel-Antrieben komme „fast nichts mehr“ aus dem Auspuff. „Und Diesel ist auf Langstrecken und bei größeren Autos weiterhin am wirtschaftlichsten“, sagt Fritz Unterberger jun.

Geplant, im Laufen oder bereits umgesetzt seien eine ganze Reihe von Investitionen, etwa neue Schauräume bei Denzel-Unterberger sowie neue Schauräume und ein Gebrauchtwagenzentrum in Innsbruck. In Kufstein starte ein markenunabhängiges Karosseriezentrum, in diesem sollen nach der Übernahme des europaweit bekannten bayrischen Spezialisten Jensen Classic der Handel und die aufwändige Reparatur von Oldtimern („die kosten bald einmal ein paar 100.000 Euro“) forciert werden. In Rosenheim wurde für Expansionen ein 7000 qm großes Grundstück in Toplage erworben.

Weiter Gas geben will die Gruppe auch im Immobilienbereich. Es gebe eine ganze Reihe an Immobilienprojekten in ganz Westösterreich und Südbayern, etwa mit der ZIMA, Oberreiter oder Abenthung, sagt Florian Unterberger. In St. Johann soll ein Chalet-Dorf realisiert werden, in Kiefersfelden das Großprojekt Kaiserreich mit Hotel, einer Kinderwelt und Restaurants sowie Büro- und Gewerbeflächen. Bei Immobilien gebe es einen Druck auf Handelsflächen, man lege den Fokus verstärkt auf kombinierte Projekte mit Wohnen, so Unterberger. Die Vorschriften- und Regelungs-Flut verhindere aber vielfach den politischen Ruf nach mehr und günstigerem Wohnraum. (va)