Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 23.05.2019


Standort Tirol

Mieten in Tirol stiegen in fünf Jahren um 17 Prozent

Die Wohnkosten in Tirol steigen ungebremst weiter: Sowohl bei den Mieten als auch bei den Preisen für Eigentumswohnungen und Häuser. Seit 2009 stiegen die Mieten in Tirol um 35 Prozent.

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Innsbruck, Wien – Wohnungsmieten in Tirol sind in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 17 Prozent gestiegen, seit 2009 um 35 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Bericht „Wohnen 2018“ der Statistik Austria hervor. In Tirol zahlten Mieter im vergangenen Jahr eine durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten von 8,7 Euro je Quadratmeter. Im Jahr 2013 waren es noch 7,4 Euro, 2009 6,4 Euro je Quadratmeter.

Rund 215.000 Tiroler wohnen demnach in Miete, 311.000 Tiroler in einem Haus und 144.000 in einer Eigentumswohnung (den Rest der Bevölkerung ordnet die Statistik Austria unter „sonstige“ Wohnverhältnisse ein). Gerade Eigentumswohnungen haben sich – wie berichtet – extrem verteuert. Alleine von 2017 auf 2018 wurden Wohnungen in Tirol laut Statistik Austria um 9,5 Prozent teurer. Im Schnitt kostete eine Wohnung in Tirol 3360 Euro je Quadratmeter – für diesen Preis kann man sich im Burgenland fast drei Wohnungen kaufen. Ähnlich sieht es bei den Hauspreisen aus. Im Vorjahr gingen die Preise in Tirol um 5,9 Prozent nach oben.

Auch bundesweit zeigen die Wohnungs- und Mietpreise stark nach oben. Innerhalb von nur fünf Jahren erhöhten sich die Mieten in Österreich um 13 Prozent. Die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen legten von 2014 bis 2018 sogar um 25,5 Prozent zu, allein im Vorjahr um 4,7 Prozent.

Im österreichweiten Schnitt kostete eine Hauptmietwohnung im abgelaufenen Jahr 7,8 Euro pro Quadratmeter und Monat – 2,1 Euro davon entfielen auf die Betriebskosten. Am teuersten sind Salzburg (9,2 Euro), Vorarlberg (9,0 Euro) und Tirol (8,7 Euro). Erst dahinter folgt Wien mit im Schnitt 8,3 Euro. Am billigsten wohnt man im Burgenland (5,9 Euro) und in Kärnten (6,2 Euro). Bei Neuvermietungen sind im bundesweiten Schnitt 9,2 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen, im privaten Bereich kostete eine Wohnung 2018 durchschnittlich 10,2 Euro pro Quadratmeter und Monat.

„Insbesondere in den Ballungsräumen haben wir aber noch ein relativ niedriges Preisniveau im internationalen Vergleich“, meinte der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer. Und das, obwohl sich die Immobilien in Österreich im Fünfjahreszeitraum im Schnitt wesentlich kräftiger verteuerten als in der EU (plus 22,7 Prozent) bzw. im Euroraum (plus 20,8 Prozent).

Das dürfte auch dem dominierenden Anteil (57 Prozent) an geförderten Wohnungen in Österreich geschuldet sein. Von den rund 1,7 Millionen Hauptmietwohnungen, die es hierzulande gibt, entfallen 40 Prozent auf Genossenschaftswohnungen und 17 Prozent auf Gemeindewohnungen. „Im internationalen Vergleich haben wir hier das Wohnkostenproblem deutlich dämpfen können durch eine Förderpolitik im Wohnbereich“, so Pesendorfer. Man habe aber dennoch „im Thema Wohnen und Wohnkosten eine sehr wichtige Frage, die von der Politik angegangen werden muss“, räumte Pesendorfer ein.

Ein weiterer Trend – neben den spürbaren Preisanstiegen – ist die deutliche Tendenz zu befristeten Mietverträgen, vor allem am privaten Wohnungsmarkt, sobald eine Wohnung neu vermietet wird. „Wir beobachten hier seit mehreren Jahren schon einen sehr starken Anstieg“, berichtete Statistik-Austria-Expertin Vlasta Zucha. Zwischen 2008 und 2018 erhöhte sich der Anteil der befristeten Mietverträge im privaten Bereich von 30,2 auf 45,8 Prozent, über alle Segmente hinweg stieg dieser von 14,5 auf 22,7 Prozent.

Die Mietquote in Österreich beträgt 43 % – in den Ballungsräumen ist sie höher als am Land. (mas, APA)

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