Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.06.2019


Innsbruck-Land

Großinvestition ins Gewerbegebiet: Kematen will in die Europaliga

100 Mio. Euro investiert die Familie Marsoner im Gewerbe­gebiet. Für den Bürgermeister spielt man damit ganz oben mit.

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© Denise Daum



Von Denise Daum

Kematen – Der Kemater Bürgermeister Rudolf Häusler ist bekannt für seine Begeisterungsfähigkeit und seine überschwänglichen Reden. Gestern machte er da keine Ausnahme, als er mit der Investorenfamilie Marsoner den Baustart für den Gewerbe- und Technologiepark feierte. Den Bauherren Helmut und Johannes Marsoner streute er Rosen, dankte für die „partnerschaftliche Zusammenarbeit“. Mit dem Projekt, so Häusler, spiele man in der obersten Liga mit.

„Wir konkurrieren nicht mit den Gewerbegebieten Inzing, Zirl oder Telfs, sondern mit München und Bozen. Wir werden zum europäischen Zentrum für Spitzenforschung und Handwerk“, erklärt Häusler. Und dankte Helmut, Johannes und Thomas Marsoner nochmals für die Bereitschaft, das viele Geld in der Gemeinde Kematen zu investieren. Immerhin hat das Gesamtprojekt auf einer Grundstücksgröße von rund 6,5 Hektar im Endausbau ein Volumen von 100 Millionen Euro.

Nun fiel aber erst einmal der Startschuss für Baustufe eins. Auf 11.000 Quadratmetern werden vier Gebäude errichtet, darunter ein Businesshotel mit 150 Betten. Dafür hat man Carmen Raitmair, eine Hotelière aus Kematen, als Betreiberin gefunden. Zudem entstehen ein Gastronomiebetrieb, eine Autowerkstätte, ein Bürogebäude sowie eine gemischte Logistik- und Gewerbehalle. Die Übergabe soll bereits im September 2020 erfolgen. Rund 100 Arbeitsplätze entstehen.

Die Pläne für das Großprojekt wurden bereits im Jahr 2016 erstmals präsentiert, der Baustart hat sich sodann um rund zwei Jahre verzögert. Aber „Ende gut, alles gut“, sagte Helmut Marsoner bei der gestrigen Spatenstichfeier und verwies auf die umfangreichen und „sehr teuren“ Vorarbeiten: So musste unter anderem die Hochspannungsleitung verlegt werden sowie eine neue Zufahrt inklusive Autobahnanbindung gebaut werden. Die Fläche – zwischen Autobahn und Eisenbahnschiene – sei bestens geeignet für die Entwicklung von Gewerbe.