Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.06.2019


Bezirk Imst

Wenig Wasser, aber viel Verbrauch in Imst

Die Stadtwerke Imst produzierten um 6,4 % weniger Strom, gaben aber um knapp 5 % mehr Wasser ab.

Die Alpeilquellen sind das Rückgrat der Versorgung.

© Stadtwerke imstDie Alpeilquellen sind das Rückgrat der Versorgung.



Imst – Nicht ohne Stolz berichtet der Imster Bürgermeister Stefan Weirather immer wieder, dass in der Stadt samt Stadtwerken jährlich mit einem Budget von gut 50 Millionen Euro gearbeitet werde. Die Stadtgemeinde schloss 2018 mit einem Plus von einer knappen Million Euro ab, wie Finanzreferent VBM Gebi Mantl hervorhebt. Die Stadtwerke verzeichneten zumindest „vor Steuern“ einen Gewinn von 133.688,63 Euro, wie der neue Obmann des Verwaltungsausschusses, GR Christian Linser, erklärte. Nach Steuern bleibt hingegen ein Minus von 52.000 Euro übrig.

Diese hohe Steuerbelastung resultiere aus der nach handelsrechtlichen Vorschriften erforderlichen Abwertung der Beteiligung der Stadtwerke am Kraftwerk Stanzertal, so Linser. Die Stadtwerke sind dort mit 15 Prozent dabei – 750.000 Euro müssen steuerrechtlich über die nächsten sieben Jahre verteilt werden. Linser führte aber aus, dass die Strompreise mittlerweile wieder anzogen. Somit „wird sich das Ergebnis der Gesellschaft bereits heuer wieder wesentlich verbessern“.

2018 war die Stromerzeugung der gemeindeeigenen Kraftwerke „nach einem guten Start im Frühjahr aufgrund der lange andauernden niederschlagsarmen Zeit“ um 6,4 Prozent zurückgegangen: Waren es 2017 noch fast 46 Gigawattstunden (GWh), so sank die Produktion im Vorjahr auf 42,2 GWh. Die Stromabgabe an die Kunden stieg jedoch von 43,6 GWh um 0,78 Prozent auf 44 GWh.

Der heiße, regenarme Sommer 2018 schlug sich auch beim Wasserwerk nieder: Der Wasserverbrauch stieg von 759.349 m³ auf 795.153 m³ (plus 4,72 Prozent). „Im Bereich des Wasserwerkes besteht laufend ein hoher Investitions- und Instandhaltungsbedarf“, wie Linser hervorhebt. Dies bestätigt auch der Stadtwerke-Direktor Thomas Huber: „Die Wasserversorgung der Stadt ist immer eine Herausforderung.“ Rückgrat sind die Alpeilquellen – aber bis man die hochgelegenen Siedlungen am Sonnberg im Westen wieder erreicht, seien „viele Höhenmeter auszugleichen“, verweist er auf Hochbehälter und Druckerhöhungsanlagen. (pascal)