Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.06.2019


Bezirk Landeck

Planungen für zentralen Schlachthof im Bezirk Landeck

Der Schlachthof Fließ soll ausgebaut werden. Derzeit laufen die Gespräche über ein Beteiligungsmodell mit anderen Gemeinden.

Die Bauern sollen in Fließ einen zentralen Schlachthof für die Fleischverarbeitung bekommen. (Symbolbild)

© dpyDie Bauern sollen in Fließ einen zentralen Schlachthof für die Fleischverarbeitung bekommen. (Symbolbild)



Von Matthias Reichle

Fließ – Bereits jetzt bringen viele Bauern ihre Tiere zum Schlachten nach Fließ – künftig soll der Betrieb zu einem zentralen Schlachthof im Bezirk Landeck ausgebaut werden. Gespräche dazu laufen aktuell im Rahmen der Modellregion Landeck. „Wir haben eine grobe Bestandsaufnahme gemacht“, sagt Modellregion-Koordinator Bernhard Pircher. 24 Schlachtstellen gibt es im Bezirk – davon sind viele sehr klein. In wenigen Kommunen wird regelmäßig und ganzjährig geschlachtet. „In vielen Gemeinden stehen zudem Investitionen an“, betont er. Pircher hat das Projekt mit Fließ initiiert. Dort sollte der bestehende Schlachthof, der sich im Eigentum der Gemeinde befindet, modernisiert werden.

Nun sucht man eine gemeinsame Lösung. Andere Gemeinden wären bereit, mit zu investieren – aktuell würden dazu die Kosten ermittelt und ein Beteiligungsmodell ausgearbeitet, wie der Fließer Bürgermeister Hans-Peter Bock betont. Er erwartet sich bis Herbst erste Ergebnisse und hofft, im kommenden Jahr mit dem Ausbau zu beginnen. So manche Region im Bezirk sei derzeit unterversorgt, so Bock.

Nicht überall sei eine Betriebsnachfolge gesichert. Geplant ist, die Kapazität am Schlachthof in Fließ zu erhöhen, den Betrieb auszubauen, vor allem auch um Kühl- und Lagermöglichkeiten zu erweitern. Der aktuelle Pächter sei involviert und bereit, den Betrieb weiterzuführen, wie Pircher erklärt.

Aufgabe der Modellregion, eines vom Landeskulturfonds finanzierten Projekts, ist es, Landwirtschaft, Handel und Tourismus zu vernetzen. Man wolle auch bei der Vermarktung weiterdenken und eine eigene Marke kreieren, unter der das Fleisch künftig vertrieben werden soll, führt der Koordinator weiter aus. Dass der bestehende Schlachthof am Rande des Naturparks Kaunergrat liegt, könnte hierfür namensgebend sein, wie er erklärt.

Gerade bei der Fleischabnahme im Tourismus wäre mehr möglich, glaubt Bezirksbauernobmann Elmar Monz und sagt: „Grundvoraussetzung dafür ist ein funktionierender Schlachtbetrieb.“

Umso erfreulicher sei, dass sich hier Gemeinden zusammenfinden würden. Kurze Wege seien wichtig: Das Fleisch soll regional gemetzgert werden und in heimischen Tourismusbetrieben auf den Tisch kommen.