Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


Standort Tirol

„Silvrettaregion leistet Beitrag zur Energiewende“

Illwerke AG feierte am Freitag die Eröffnung des Pumpspeicherkraftwerks Obervermunt II. Auch Tiroler Wasser wird zur Stromproduktion genutzt.

Blick auf die unterirdischen Maschinenanlagen des Pumpspeicherkraftwerks Obervermunt II im Montafon. Zur Stromproduktion wird der Höhenunterschied von 311 Metern zwischen zwei Stauseen genutzt.

© illwerke vkwBlick auf die unterirdischen Maschinenanlagen des Pumpspeicherkraftwerks Obervermunt II im Montafon. Zur Stromproduktion wird der Höhenunterschied von 311 Metern zwischen zwei Stauseen genutzt.



Galtür, Montafon – Etwas mehr als fünf Jahre Bauzeit, 500 Millionen Euro Investitionskosten, 360 Megawatt Maschinenleistung: Das ist das Pumpspeicherkraftwerk Obervermunt II, das bisher zweitgrößte Kraftwerk der Vorarlberger Illwerke AG. 500 Besucher inklusive Tiroler Delegation waren dabei, als LH Markus Wallner im Festzelt der Illwerke den Startknopf drückte. Auf einer Videowand war live zu sehen, wie sich die unterirdischen Turbinen in Bewegung setzten.

Die Entscheidung, diesen Kraftwerkstyp zu bauen, sei „zu 100 Prozent richtig gewesen“, hob Illwerke-Vorstand Helmut Mennel hervor. Photovoltaik und Windräder würden „zeitweise Überproduktion“ liefern, andererseits gebe es „Flauten“, in denen die Stromnachfrage nicht gedeckt werden könne. „Deswegen brauchen wir die flexible Produktion des Pumpspeicherkraftwerks“, so Mennel.

Bei Obervermunt II wird der Höhenunterschied von 311 Metern zwischen Vermuntsee und Silvrettasee (2030 m) genutzt. Das „abgearbeitete“ Wasser wird mit „überschüssiger Energie“ in den höher gelegenen Stausee gepumpt und dann bei Bedarf zur Stromproduktion genutzt.

„Obervermuntwerk II soll als Lieferant für Spitzen- und Regelenergie die Illwerke-Erfolgsgeschichte fortsetzen“, erklärte Vorstand Christof Germann. Überkapazitäten an erneuerbarer Energie würden zur „Zwischenspeicherung“ von Strom genutzt.

LH Markus Wallner fand lobende Worte für alle, „die einen Beitrag zur Realisierung dieses richtungsweisenden Projekts geleistet haben. Heute ist ein historischer Tag mit Blickrichtung auf unsere Energieautonomie 2050.“

Tirols Landtagsvizepräsident, Bürgermeister Toni Mattle aus Galtür, sprach ebenfalls von einem erfreulichen Tag: „Die Silvrettaregion leistet einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende und damit auch zum Klimaschutz.“ Die Stauseen im Montafon würden auch mit Tiroler Wasser gespeist, das aus dem Bieltal, Fimbatal, Jamtal, Larein (alle Paznaun) sowie aus dem Stanzertal übergeleitet werde. Die finanziellen Abgeltungen seien in einem Talvertrag geregelt. Nutznießer sind neben Galtür die Gemeinden an der „Restwasserstrecke“ im Paznaun, im Stanzertal, im Raum Land­eck bis Imsterberg. (hwe)

Tiwag-Chef Erich Entstrasser (l.) traf sich bei der Eröffnungsfeier mit seinem Illwerke-Kollegen Christof Germann und dessen Gattin Barbara.
Tiwag-Chef Erich Entstrasser (l.) traf sich bei der Eröffnungsfeier mit seinem Illwerke-Kollegen Christof Germann und dessen Gattin Barbara.
- Wenzel