Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.06.2019


Bezirk Landeck

Plus und Minus bei den Löhnen im Tourismusbezirk

Die AK Tirol hat die Lohnsteuerstatistik 2017 für den Bezirk Landeck ausgewertet: Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte verdienten 38.858 Euro.

Im Bezirk Landeck sind ganzjährige Vollzeitjobs mit 38.858 Euro nur geringfügig schlechter bezahlt als im tirolweiten Durchschnitt.

© WenzelIm Bezirk Landeck sind ganzjährige Vollzeitjobs mit 38.858 Euro nur geringfügig schlechter bezahlt als im tirolweiten Durchschnitt.



Landeck – Zuerst die gute Nachricht: Der Bezirk Landeck – früher oft tirolweites Schlusslicht – hat bei den Löhnen aufgeholt und liegt inzwischen im Mittelfeld. Wer 2017 ganzjährig und in Vollzeit gearbeitet hat, verdiente in Summe 38.858 Euro brutto. Damit liegt der Bezirk 1,2 Prozent unter dem Tiroler Schnitt. Reutte, Kufstein, Innsbruck und Innsbruck-Land weisen überdurchschnittlich gute Werte aus, die Bezirke Kitzbühel, Lienz, Imst und Schwaz hat Landeck abgehängt.

Die Zahlen hat kürzlich die wirtschaftspolitische Abteilung der AK Tirol vorgelegt. Als Basis diente die Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria.

Die Männer im Bezirk Land­eck kamen auf 41.287 Euro brutto, die Frauen auf 31.726 Euro. Die Spitzenverdiener haben Jobs in der öffentlichen Verwaltung, Erziehung, Unterricht sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Dort liegen die Durchschnittsverdienste für Männer bei 48.427 Euro. Schlusslicht ist die Gastronomie und Beherbergungsbranche, wo 33.209 Euro bezahlt wurden. Frauen in der öffentlichen Verwaltung kamen auf 38.776 Euro, im Gastgewerbe auf 25.804 Euro. Wermutstropfen für Frauen: Der Einkommensnachteil gegenüber Männern liegt bei 20 Prozent. Das ist der zweithöchste Wert im Vergleich aller Tiroler Bezirke.

Die weniger gute Nachricht in der Studie liegt in der Betrachtung aller Beschäftigungsverhältnisse. Bedingt durch die touristisch geprägte Wirtschaftsstruktur machen nur 21,9 Prozent aller Frauen einen ganzjährigen Vollzeitjob. Das ist der mit Abstand niedrigste Wert in Tirol. Bei den Männern sieht es kaum besser aus: 51,9 Prozent arbeiten in Vollzeit und ohne saisonale Unterbrechung. Diese Besonderheit drückt das mittlere Jahreseinkommen (21.950 Euro brutto) um 13,3 Prozent unter den Tiroler Durchschnitt. „Landeck ist der Tiroler Bezirk mit dem niedrigsten Einkommensschnitt“, heißt es in der Studie trocken. Zumindest gibt es einen kleinen Lichtblick: Die Entwicklung der Realeinkommen im Bezirk sei etwas besser als im Tirol-Schnitt.

Laut Lohnsteuerstatistik 2017 waren 26.725 Beschäftigte registriert. Gastronomie und Beherbergung bleiben mit einem Anteil von 27 Prozent (19 Prozent Männer, 36 Prozent Frauen) der größte Arbeitgeber im Bezirk. (hwe)