Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.06.2019


Bezirk Imst

Diese Kühe fühlen sich sauwohl

Auf ihrer Bezirkstour rückt die Landwirtschaftskammer das Wohlergehen der Tiere in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Die LK-Spitze machte sich ein Bild vom Schneggahof von Gabriel Schnegg (2. v. r.).

© ParthDie LK-Spitze machte sich ein Bild vom Schneggahof von Gabriel Schnegg (2. v. r.).



Von Thomas Parth

Imsterberg – Am Schnegga­hof in Imsterberg sprach die Spitze der Landwirtschaftskammer (LK) Klartext. „Wir lassen uns nicht vom Handel diktieren, wie wir unsere Kühe halten, schließlich hängt das Tierwohl nicht nur von der Art der Haltung ab“, unterstreicht LK-Präsident Josef Hechenberger bei seinem Besuch im Bezirk Imst. Aktuell werde eine Universitätsstudie erarbeitet, um dies wissenschaftlich zu untermauern. „In Deutschland kennt man zwei Formen der Kuhhaltung. Den Anbinde- und den Laufstall. Bei uns in Tirol sind 83 Prozent der Kühe in Kombi-Haltung“, berichtet Hechenberger. Dies heißt, dass die Tiere über den Winter im Stall angebunden, aber den Sommer über auf der Alm sind. „Jede Tiroler Kuh hat einen Namen und Familienanschluss“, zeigt der LK-Vertreter auf, dass noch andere Parameter das Tierwohl mitbestimmen. Der Silzer LK-Direktor Ferdinand Grüner stellt klar, dass es für Umbauten mit Auslauf bzw. Erweiterungen um einen Laufstall Födermittel gibt: „Um unsere Bauern bestmöglich zu beraten, wurde auch innerhalb der Kammer das Personal aufgestockt.“

Bauer Gabriel Schnegg bewirtschaftet derzeit mit seiner Frau Christine und seinen neun Kindern den Schneggahof. Nach der Auslagerung des Hofes, etlichen Um- und Zubauten sowie Anpachtungen wurde der Milchbetrieb zuletzt auf eine moderne Kurzrasenweide umgestellt. „Das war für uns im Tiroler Oberland lange Zeit unvorstellbar“, gibt Bauer Gabriel Schnegg offen zu. „Wir haben alles genau berechnet, sodass sich die Flächen für 22,5 Großvieheinheiten ausgehen“, weiß Schnegg. Damit hat auch der Nachwuchs sein Auskommen. „Im Sommer sind unsere Kühe nur zum Melken im Stall“, zeigt sich Schnegg zufrieden.