Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Bezirk Landeck

Wettbewerb in Landeck: „Kreative Spinner“ gesucht

Bei Unternehmensgründungen ist der Bezirk Landeck tirolweit Schlusslicht. Ein neuer Wettbewerb soll das ändern.

„BIL“ nennt sich ein neuer Wettbewerb, der die Gründerszene im Bezirk Landeck beleben soll.

© Reichle„BIL“ nennt sich ein neuer Wettbewerb, der die Gründerszene im Bezirk Landeck beleben soll.



Von Matthias Reichle

Landeck – Sein eigener Chef werden, eine gute Geschäftsidee in die Tat umsetzen, die Karriere selbst in die Hand nehmen – im Bezirk Landeck ist das die Ausnahme. Die Gründerszene ist überschaubar, auf die Einwohnerzahl umgerechnet gab es 2018 in keinem anderen Bezirk Tirols so wenige, die den Weg in die Selbstständigkeit wagten – 138 in absoluten Zahlen. Auch österreichweit landet man damit bei der Gründerintensität auf den letzten Plätzen.

Etwas positiver stellte man die Situation gestern bei der Präsentation eines neuen Wettbewerbs für Unternehmensgründer vor. „Ziel sei es sicher, mehr zu erreichen“, betonte der Landecker Wirtschaftskammer-Geschäftsstellenleiter Otmar Ladner. „Wir sind nicht gesegnet, umso wichtiger ist mir BIL.“

Der so genannte BIL-Award soll die Dynamik im Wirtschaftsraum beleben. Die Wirtschaftskammer startet gemeinsam mit dem Standortzentrum Landeck-Zams einen branchenoffenen Wettbewerb, bei dem Gründer mit ihren Geschäftsideen antreten können. BIL ist die Abkürzung für „Best Invest Landeck“.

Es gehe dabei aber nicht nur um eine Bewertung der besten Ideen durch eine Jury. Die Teilnehmer werden bis zur Unternehmensgründung begleitet und gecoacht. Standortzentrum-Geschäftsführer Marco Fehr zitierte Mark Twain: „Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.“ Man suche solche kreativen Spinner, hieß es bei der Vorstellung. Die Geldpreise seien nur Ansporn. „Gewinnen wird jeder, weil er für seine Idee einen Informationsgewinn hat.“ Anmelden kann man sich bis zum 30. August. Jedem Teilnehmer wird eine erfolgreiche Unternehmerpersönlichkeit als „Sparringpartner“ zur Seite gestellt. Im Jänner erfolgt die Preisverleihung. „Wenn ein, zwei dann ein Unternehmen gründen, haben wir unser Ziel erreicht“, so Fehr. Ob das Projekt weitergeführt wird, hänge von der Teilnehmerzahl ab, so Ladner. Prinzipiell sei es der Wunsch, den Wettbewerb alle zwei Jahre anzubieten.

„Wenn Spinner zu Gewinnern werden, profitiert auch die Gemeinde davon“, erklärte der Zammer Bürgermeister Siggi Geiger. Sein Landecker Amtskollege Wolfgang Jörg verwies auf die Förderungen in der Bezirksstadt. „Aus einer kleinen Idee können oft unglaubliche Dinge entstehen.“ Partner beim Wettbewerb sind neben dem CoWorking­space Landeck die Sparkasse Imst und die Uniqa. Info unter www.bil-award.at.