Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 14.06.2019


Tirol

Schultz verkauft Anteil am Mölltaler Gletscher

Maximilian (l.) und sein Vater Heinz Schultz ziehen sich aus Kärnten zurück und wollen sich auf Tirol konzentrieren.

© OblasserMaximilian (l.) und sein Vater Heinz Schultz ziehen sich aus Kärnten zurück und wollen sich auf Tirol konzentrieren.



Rückzug aus Kärnten: Die Schultz Gruppe aus dem Zillertal, eines der größten Tourismusunternehmen in Österreich, verkauft ihre Anteile an den Bergbahnen Mölltaler Gletscher und an der Ankogelbahn Mallnitz. Das teilen die Bergbahnen in einer Aussendung mit.

Zusammen mit Partner Hans Peter Haselsteiner sind die Tiroler Anfang der 1980er-Jahre am Mölltaler Gletscher eingestiegen. „Das war unser erstes unternehmerisches Engagement außerhalb des Zillertals", meint Heinz Schultz. „Insofern geht eine kleine Ära zu Ende." Nun verabschieden sich sowohl die Schultz Gruppe als auch Haselsteiner aus dem Kärntner Mölltal.
Die Anteile von Schultz und Haselsteiner übernimmt der bisherige Vermarktungspartner, der zentraleuropäische Tourismuskonzern Tatry Mountain Resort mit Sitz in der Slowakei. Der Konzern betreibt acht Ski- und Freizeitanlagen in Polen, Tschechien und die Slowakei. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die 80 Beschäftigten am Mölltaler Gletscher und in Mallnitz sollen alle ihre Jobs behalten, heißt es. Neue Investitionen in Kärnten seien geplant, erklärt Igor Rattaj von den Tatry Mountain Resorts.
Heinz Schultz und sein Sohn Maximilian wollen sich nach dem Abschied aus dem Mölltal wieder mehr auf Tirol konzentrieren. Vor allem im Bezirk Lienz hat die Unternehmerfamilie große Pläne. „Wir sind mit unseren laufenden Projekten in Osttirol mehr als ausgelastet", erklären die beiden. Insgesamt 60 Millionen Euro will die Schultz Gruppe in den nächsten Jahren dafür ausgeben. Geplant sind Investitionen in bestehende Skigebiete wie in St. Jakob im Defereggental oder in Matrei-Kals. Doch das größte Vorhaben ist die Liftverbindung zwischen Sillian (Osttirol) und Sexten (Südtirol). Sie soll eine Anbindung Osttirols an die vielen Pistenkilometer der Drei Zinnen in den Dolomiten schaffen. Partner ist die Südtiroler 3-Zinnen-AG. Demnächst werden die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht.
In der Zillertaler Heimat plant die Familie eine talüberspannende Gondelbahn, deren 3,2 Kilometer langes Seil teils 900 Meter über Grund verlaufen wird. (TT, co)