Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.06.2019


Exklusiv

Wieder grünes Licht: Neue Runde um Kraftwerk Sellrain/Silz

Das Bundesverwaltungsgericht soll nachgebessert und wieder grünes Licht für Sellrain/Silz gegeben haben. Der Gang zum Höchstgericht wird erwartet.

Ende 2018 wurde der Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain/Silz vorübergehend gestoppt. Nun könnte wieder Bewegung in die Sache kommen.

© Thomas BöhmEnde 2018 wurde der Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain/Silz vorübergehend gestoppt. Nun könnte wieder Bewegung in die Sache kommen.



Kühtai – Ende 2018 war die Tiwag durch ein negatives Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofs überrascht worden. Nach Beschwerden der Gemeinde Neustift, des Österreichischen und Deutschen Alpenvereins sowie des Umweltdachverbands kippte das Höchstgericht in Wien damals den positiven Bescheid des Bundesverwaltungsgerichts für die Umweltverträglichkeit (UVP) der Kraftwerkserweiterung von Sellrain/Silz. Grund für die Aufhebung waren die zu unkonkret formulierten Ausgleichsmaßnahmen für den unvermeidbaren Verlust von Mooren und hochwertigen Feuchtlebens­räumen im Längental. Die Causa wandert­e wieder an das Bundesverwaltungsgericht.

Nun könnte wieder Bewegung in die Sache kommen. Inzwischen soll das Bundesverwaltungsgericht auf die Einwänd­e des Verwaltungsgerichtshofs eingegangen sein und wieder grünes Licht für die Kraftwerkserweiterung gegeben haben. Allerdings könnte auch das neue Erkenntnis wieder vor dem Höchstgericht beeinsprucht werden, wovon involvierte Akteure derzeit ausgehen. Vergangenes Frühjahr war die Tiwag von einem Baubeschluss für die Erweiterung des Kraftwerks Kühtai bis 2020 ausgegangen. Mehr als 800 Millionen Euro will die Tiwag in die Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain/Silz mit einem weiteren Speichersee mit 31 Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen sowie einem Pumpspeicherwerk (Kühtai 2) investieren. (TT)