Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 05.07.2019


Bezirk Kitzbühel

Bergbahn Pillersee: Pletzer „pfeift“ auf Förderung

Die Bergbahn Pillersee mit GF Anton Pletzer hat das Ansuchen für die Erweiterung des Speicherteichs zurückgezogen. Den Fördervertrag mit drei Gemeinden hat er gekündigt.

Die Bergbahn Pillersee stand zuletzt wegen des Stillstands des Sessellifts in der Kritik.

© Michael MaderDie Bergbahn Pillersee stand zuletzt wegen des Stillstands des Sessellifts in der Kritik.



Von Michael Mader

St. Ulrich a. P. – Die Verhandlungen für die Erweiterung des Speicherteichs der Bergbahn Pillersee scheinen für Geschäftsführer Anton Pletzer das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Er hat den Bürgermeistern der Gemeinden St. Ulrich, St. Jakob und Hochfilzen mitgeteilt, dass er sein Ansuchen vorübergehend zurückgezogen hat. In dem Schreiben an St. Ulrichs Bürgermeisterin Brigitte Lackner führt er in diesem Zusammenhang auch die Wasserentnahme der Gemeinde und weitere Forderungen an.

Lackner zeigt sich erstaunt: „Ich habe gar nichts gefordert. Ich habe mich nur erkundigt, wie das jetzt ist, weil ja damals ein Wasserspeicher gebaut, aber nie Wasser entnommen worden ist. Das wird man wohl noch dürfen.“ Die Verhandlungsleiterin der Bezirkshauptmannschaft habe gesagt, dass es keine Verhandlungsbasis gebe, weil mit betroffenen Grundbesitzern angeblich nicht genügend verhandelt worden sei.

Pletzer jedenfalls reicht es und er kündigt den erst 2018 abgeschlossenen Fördervertrag mit den drei Gemeinden auf, weil die Bergbahn die Voraussetzungen für den Vertrag nicht erfüllen könne. Der hat nämlich vorgesehen, dass alle drei Gemeinden zusammen ihre bisherige Fördersumme verdoppeln, wenn die Bergbahn gewisse Investitionen tätige. Dabei geht es um rund 150.000 Euro pro Jahr bis 2023. Die Hälfte davon hofft Pletzer auch in Zukunft zu bekommen. Diese separate Vereinbarung wurde ja noch mit dem Vorbesitzer abgeschlossen.

Auf seine Briefe angesprochen meint Pletzer: „Man hat uns und unseren Prokuristen ja nur kritisiert. Wir lassen uns sicher nicht geißeln und von den Gemeinden vorschreiben, was wir zu tun haben. Im Vergleich zu den 1,4 Millionen Euro, die wir bislang investiert haben, sind die Förderung der Gemeinden ja nur Peanuts. Auf die kann ich verzichten, wir machen das jetzt alleine.“ Unter anderem wurden mit den 1,4 Millionen Euro der Tellerlift Hochleiten errichtet und ein Pistengerät angekauft. Er sei mehr als geduldig gewesen. Alles schlechtmachen und anschaffen wollen, das gehe einfach nicht.

Zumindest St. Ulrich hat laut Pletzer bis heute, entgegen der Vereinbarung, kein­e Zahlungen geleistet, die in Zusammenhang mit dem neuen Fördervertrag stehen. Bezüglich des Speicherteichs will der Geschäftsführer der Bergbahn mit den betroffenen Grundeigentümern „natürlich weiter verhandeln“.

Konrad Walk, Bürgermeister von Hochfilzen, war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Leo Niedermoser, Bürgermeister von St. Jakob, nimmt die Entscheidung von Pletzer zur Kenntnis: „Der Grundsatzbeschluss für die ursprüngliche Förderung bleibt ja aufrecht. Momentan liegt die Erweiterung des Beschneiungsteiches auf Eis, aber wir hoffen natürlich, dass der Berg weiß wird.“ Er zahle für Investitionen, die getätigt werden, gerne mehr. Vereinbart wären unter anderem auch noch die Errichtung einer Vollbeschneiung, die Verbesserung von Abfahrten und der Bau einer Sesselbahn in Hochfilzen. Alles in allem Investitionen von bis zu 13,5 Millionen Euro.

Der Brief von Pletzer enthält aber auch noch weitere Kritik: „Da bei den Gemeinden und der Bevölkerung die Meinung vorherrscht, dass nicht nur der Betrieb nicht ordnungsgemäß geführt worden ist, [...] bemühen wir uns laufend, Verbesserungen herbeizuführen und teilen mit, dass die zwei Gastronomiebetriebe ab 1.11.2019 nicht mehr von der Bergbahn Pillersee betrieben werden, sondern von den Gastronomiebetrieben der Pletzer Gruppe. Wir hoffen, dass dadurch eine wesentliche Verbesserung eintreten wird [...]“.

Pletzer werde alles daransetzen, die Bergbahn nach betriebswirtschaftlichen Maßstäben und auch für die Einwohner und Gäste bestens zu betreiben.