Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.07.2019


Tirol

Wiener Städtische: Wetter-Turbulenzen, Vorstoß auf Platz 2

Die Wiener Städtische konnte den Marktanteil in Tirol erhöhen. Der Klimawandel trifft die Versicherungen.

Tirols Landesdirektorin der Wiener Städtischen, Ida Wander.

© Thomas BöhmTirols Landesdirektorin der Wiener Städtischen, Ida Wander.



Innsbruck – Das Jahr 2018 sei herausfordernd gewesen, man habe aber „den erfolgreichen Weg fortgesetzt“ und sei „in Tirol von Platz 4 auf 2 vorgestoßen“, sagt die Tiroler Landesdirektorin der Wiener Städtischen Ida Wander. Gründe seien ein über dem Marktschnitt liegendes Wachstum und die im Oktober abgeschlossene Fusion mit der S-Versicherung (Vertrieb über die Sparkassen) gewesen. Hier habe es in der Kranken- und Sachversicherung bereits zweistellige Zuwächse gegeben, großes Potenzial sehe man auch noch in der Lebens- und Unfallversicherung.

Insgesamt legten die Tiroler Prämieneinnahmen im Vorjahr um 5,7 Prozent auf 195 Mio. Euro zu, betont Wander. In der Schaden-/Unfallversicherung wurde ein Plus von 7,2 Prozent erzielt, in der Lebensversicherung von 5,3 Prozent und in der Krankenversicherung von 3,7 Prozent. In Führung vor der Städtischen liegt die Uniqa (395 Mio. Euro), nach Generali, Allianz und Tiroler Versicherung folgt die ebenfalls zur Vienna Insurance Group gehörende Donau Versicherung (über 68 Mio. Euro Prämien) auf dem sechsten Platz.

Ein zunehmendes Problem für die Versicherer werden die Wetter-Turbulenzen, von Überschwemmungen, Sturm- und Hagelschäden bis hin zu Lawinen. Im jüngsten, äußerst schneereichen Winter seien die Schneedruckschäden bundesweit auf 9 Mio. Euro explodiert, in Tirol lagen sie allein bei über eine Mio. Euro. Wander geht davon aus, dass die Schadensfälle wegen des Klimawandels weiter zunehmen dürften. Das habe auch Folgen bei der Rückversicherung, die deutlich erschwert bzw. teurer werde. Das werde in der Folge auch die Kunden überall dort treffen, wo gehäuft Schäden auftreten bzw. die Gefahren zunehmen.

Für heuer zeigt sich Wander sehr optimistisch. So seien die Prämieneinnahmen im 1. Quartal in Tirol um 4,3 Prozent auf 55,9 Mio. Euro angestiegen. Bundesweit legte die Wiener Städtische in den ersten fünf Monaten auf 1,52 Mrd. Euro Prämieneinnahmen zu, im Gesamtjahr will man heuer von 3 auf 3,03 Mrd. Euro wachsen, dies könnte allerdings nach dem guten Jahresstart übertroffen werden.

Die Wiener Städtische will heuer in Tirol (122 Mitarbeiter) laut Wander weiteres Personal einstellen. Zuwächse erwartet sie in allen Sparten, auch in der Krankenversicherung, wo vor allem Polizzen mit Einbett-Zimmer stärker gefragt seien. (va)